Überstundensätze von Beratern bereiten dem britischen Gesundheitsdienst NHS finanzielle Sorgen

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  • 05 November 2024
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NHS England kritisiert hohe Überstundensätze für Berater

In einer kürzlich von der BBC durchgeführten Untersuchung hat der britische Gesundheitsdienst NHS England ernsthafte Bedenken über die exorbitanten Überstundensätze geäußert, die von leitenden Ärzten verlangt werden. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass einige Fachärzte für zusätzliche Arbeit jährlich über 200.000 Pfund verdienen. Diese Zahl ist fast doppelt so hoch wie das Durchschnittsgehalt eines Vollzeit-Facharztes in England, was Fragen über die Finanzpraktiken des National Health Service aufwirft.

Bedenken hinsichtlich der Vergütungspraktiken von Beratern

Die Untersuchung ergab, dass viele der bestbezahlten Berater Teilzeit arbeiten und dadurch erhebliche Überstunden zu Stundensätzen von über 200 Pfund leisten können – mehr als das Vierfache ihres normalen Gehalts. NHS England bezeichnete diese Zahlungen als „völlig inakzeptabel“ und betonte, dass Krankenhäuser diese hohen Kosten oft nur begrenzt kontrollieren können.

Laut NHS-Vertretern ist es zwar wichtig, Berater für zusätzliche Stunden zu bezahlen, um Wartelisten zu verkürzen und eine sichere Versorgung zu gewährleisten, doch die verantwortungsvolle Verwendung von Steuergeldern hat weiterhin Priorität. Gesundheitsminister Wes Streeting schloss sich dieser Ansicht an und stimmte zu, dass derart hohe Sätze nicht gerechtfertigt seien. Er betonte, dass jedes Pfund, das im NHS ausgegeben werde, einen Mehrwert bringen müsse. Die British Medical Association (BMA) argumentierte jedoch, dass Personalmangel in erster Linie dafür verantwortlich sei, dass das NHS auf Überstunden angewiesen sei. Die Krankenhäuser erklärten, dass Überstunden nicht nur zur Bearbeitung von Wartelisten notwendig seien, sondern auch, um Lücken aufgrund von Krankheit und Vakanzen zu schließen, die durch Streiks der Assistenzärzte noch verschärft würden.

Finanzielle Auswirkungen und zukünftige Lösungen

Während die Regierung dem NHS zusätzliche 25 Milliarden Pfund über einen Zeitraum von zwei Jahren zusagt – mit dem Ziel, das Leistungsangebot zu erweitern und die Wartezeiten zu verkürzen –, wecken die Erkenntnisse der BBC Zweifel daran, ob diese Strategie kosteneffizient ist. Eine hochrangige Quelle im NHS gab bekannt, dass Berater bei Verhandlungen eine große Macht haben, da sie sich gegen Wochenendarbeit entscheiden und gleichzeitig hohe Überstundensätze verlangen können. Diese Situation hat bei anderen NHS-Mitarbeitern, die für ihre eigenen Überstunden oft nur eine minimale Vergütung erhalten, zu wachsender Besorgnis geführt.

Die Quelle wies darauf hin, dass das Problem der steigenden Überstundenkosten ohne eine Neuverhandlung überholter Verträge – von denen einige über 20 Jahre alt sind – wahrscheinlich nicht gelöst werden könne. Um den Druck auf das vorhandene Personal zu verringern und die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen, empfehlen Experten, mehr Berater einzustellen und in Technologien wie künstliche Intelligenz zu investieren. Daten verschiedener Krankenhausträger verdeutlichen das Ausmaß der Ausgaben für Überstunden:

  • Die Bradford Teaching Hospitals gaben an, vier Beratern jeweils über 100.000 £ für Überstunden zu zahlen.
  • Medway NHS Foundation Trust bestätigte Zahlungen von über 150.000 £ an drei Radiologen.
  • Beim Frimley Health Foundation Trust erhielten zwei Fachärzte der Endoskopieabteilung jeweils über 180.000 £ an Zusatzvergütung. Während die Krankenhäuser diese Ausgaben weiterhin damit rechtfertigen, dass sie für die Aufrechterhaltung der Patientensicherheit in Krisenzeiten unabdingbar seien, ist klar, dass systemische Änderungen notwendig sind, um Nachhaltigkeit und Fairness bei der Personalbesetzung im NHS zu gewährleisten. Angesichts der Entwicklung der Situation wird es für die Beteiligten im NHS immer wichtiger, diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung könnte davon abhängen, ein Gleichgewicht zwischen angemessener Vergütung des medizinischen Personals und verantwortungsvollem Umgang mit öffentlichen Geldern zu finden.

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