Eine bemerkenswerte Verbindung: Billy und Susan Mail‘s unerwartete Reise mit Molly, dem Otter
Am 3. März 2021 nahm das Leben von Billy und Susan Mail eine außergewöhnliche Wendung, als ein verhungerndes Otterjunges vor ihrer Haustür auf den Shetlandinseln auftauchte. Das Paar war gerade in die Gegend zurückgekehrt, nachdem es den schmerzlichen Verlust von Billys beiden Eltern verkraften musste. Als er das ausgemergelte Junge, das er Molly nannte, zum ersten Mal in der Nähe ihres Hauses Krabben knacken sah, entzündete dies einen Funken Freude, der in ihrem Leben gefehlt hatte.
Eine neue Freundschaft pflegen
Der 57-jährige Billy begegnete Molly zum ersten Mal, als er sie von einem nahegelegenen Ponton springen sah. Ihre Anwesenheit faszinierte ihn und er näherte sich ihr. Schnell wurde ihm klar, dass sich dieses sonst so scheue Geschöpf nicht wie erwartet verhielt – sie setzte sich neben ihn, um ihre Beute zu fressen, anstatt zu fliehen. Billy war um ihr Wohlergehen besorgt und vermutete, dass sie verwaist war, nachdem ein weiblicher Otter aus der Gegend tot aufgefunden worden war.
Nachdem das Paar von einem Wildtierschutzgebiet die Fütterung von Molly ohne Domestizierung genehmigt bekommen hatte, hieß es das Junge in seiner Familie willkommen. Ihre Ankunft fiel mit erheblichen Herausforderungen in ihrem Leben zusammen, darunter die COVID-19-Pandemie und laufende Renovierungsarbeiten am Haus.
Molly wurde für Billy und Susan zu einem „Hauch frischer Luft“. Während sie in einer turbulenten Zeit mit persönlicher Trauer und Unsicherheit zu kämpfen hatten, bot Molly eine unerwartete Quelle des Trostes und der Ablenkung.
Von zu Hause zum Film: Eine herzerwärmende Reise
Susan, 59, bemerkte eine bemerkenswerte Veränderung bei Billy, während er Molly wieder gesund pflegte. Die emotionale Verbindung, die sie aufgebaut hatten, hinterließ bei beiden einen tiefgreifenden Eindruck; Susan hatte jedoch anfangs Probleme mit Mollys verspielten Mätzchen. Trotz ihrer Vorbehalte gegenüber dem Umgang mit einem wilden Tier lernte sie Mollys sanfte Natur zu schätzen.
Als sich die ungewöhnliche Freundschaft herumsprach, trat der Filmemacher Charlie Hamilton-James mit der Idee an das Paar heran, ihre Geschichte zu dokumentieren. Billy zögerte zunächst, doch letztendlich beschloss er, diese Gelegenheit wahrzunehmen.
Ihr Dokumentarfilm „Billy and Molly: An Otter Love Story“ feierte im März beim South by Southwest-Festival Premiere und wurde seitdem sowohl beim Wildscreen Festival in Bristol als auch bei den American Critics Choice Documentary Awards ausgezeichnet.
Nach Monaten des Zusammenseins erkannte Billy, dass es Zeit war, Molly wieder in die Wildnis zu entlassen. Obwohl ihre Besuche seltener wurden, sorgte er sich um ihre Sicherheit während der harten Winter auf den Shetlandinseln. Zu seiner Freude stellte sich in einer verschneiten Nacht heraus, dass sie zurückgekehrt war – nicht allein, sondern mit einem eigenen Jungen.
Mollys Reise unterstreicht die Bedeutung von Mitgefühl und der Wiederverbindung mit der Natur. Als Billy über ihre Erfahrungen nachdachte, erkannte er, wie die Pflege dieses kleinen Otters seine Liebe zur Tierwelt neu entfacht hatte.
Während sich „Billy and Molly: An Otter Love Story“ auf sein Streaming-Debüt auf Disney+ am 14. November und seine Ausstrahlung auf National Geographic am 15. November vorbereitet, dient es als ergreifende Erinnerung an die Bindungen zwischen Mensch und Tier – Bindungen, die in unserem Leben Hoffnung und Heilung bringen können.