Studiengebührenerhöhungen für britische Studierende in England
Britische Studierende müssen im kommenden Studienjahr mit einer Erhöhung der Studiengebühren rechnen. Die Gebühren werden voraussichtlich auf 9.535 £ steigen. Diese Anpassung entspricht einer Erhöhung um 285 £ gegenüber der zuvor eingefrorenen Gebührenobergrenze von 9.250 £, die seit 2017 in Kraft war.
Anpassungen der finanziellen Unterstützung
Bildungsministerin Bridget Phillipson kündigte am Montag vor dem Parlament an, dass auch die Studiengebühren erhöht würden, um Studenten bei der Bewältigung der steigenden Lebenshaltungskosten zu helfen. Die National Union of Students kritisierte die Erhöhung der Studiengebühren als „Notlösungspflaster“, räumte jedoch ein, dass höhere Studiengebühren den ärmsten Studenten erheblich zugute kämen.
Phillipson wies darauf hin, dass diese Änderungen ausschließlich Gebühren und Darlehen für das Studienjahr 2025/26 betreffen würden. Sie betonte, dass die Regierung in den kommenden Monaten weitere umfassende Reformen zur langfristigen Investition in Universitäten einführen will. „Wir müssen die schwierigen Entscheidungen treffen, die notwendig sind, um die Universitäten finanziell auf eine solidere Basis zu stellen“, erklärte sie.
Politische Reaktionen und Inflationszusammenhang
In den vergangenen Jahren äußerte Labour-Chef Keir Starmer die Absicht, Studiengebühren ganz abzuschaffen. Inzwischen deutete er jedoch an, dass Labour von diesem Versprechen wahrscheinlich abrücken und die Ausgaben stattdessen lieber auf die Gesundheitsversorgung konzentrieren werde.
Die Erhöhung der Studiengebühren wurde von der Schattenbildungsministerin Laura Trott als „eine Erhöhung der effektiven Steuern, die Absolventen zahlen müssen“ bezeichnet. Ab nächstem Jahr werden sowohl die Studiengebühren als auch die Unterhaltsdarlehen an die RPIX-Inflation gekoppelt, die derzeit bei 3,1 % liegt. Diese Anpassung wird die Obergrenzen für Unterhaltsdarlehen erhöhen: von 10.227 £ auf 10.544 £ für Studenten außerhalb Londons und von 13.348 £ auf 13.762 £ für Studenten innerhalb Londons.
Bedenken hinsichtlich der Studentenschulden
Auch die derzeitigen Studierenden sind von diesen Änderungen betroffen. Die Studenten Shay und Zay, die im ersten Jahr Produktdesign an der Manchester Metropolitan University studieren, äußerten ihre Besorgnis darüber, dass erhöhte Gebühren potenzielle Studierende abschrecken könnten. Zay merkte an, dass die Studiengebühren für viele bereits ein wichtiger Gesichtspunkt bei der Entscheidung für ein Universitätsstudium sind.
Während einige Bildungsverantwortliche wie Vivienne Stern, CEO von Universities UK, die Entscheidung der Regierung als notwendig für die Nachhaltigkeit unterstützten, argumentierten andere wie Jo Grady, Generalsekretärin der University and College Union, dass eine Erhöhung der Studiengebühren sowohl wirtschaftlich als auch moralisch fragwürdig sei. Grady bezeichnete sie als unnötige Belastung für bereits verschuldete Studenten.
Angesichts wachsender Sorgen um die finanzielle Gesundheit britischer Universitäten – von denen 40 % Defizite voraussagen – will die Regierung einige Belastungen durch erhöhte finanzielle Unterstützung abmildern. Dies könnte jedoch zu einer noch höheren Schuldenlast für die Studierenden nach dem Abschluss führen. Demnächst wird vom Bildungsministerium eine Folgenabschätzung erwartet, um zu analysieren, wie sich diese Änderungen im Laufe der Zeit auf die Höhe der Studentenschulden auswirken werden.