Steigende Studiengebühren in England
Aufgrund des finanziellen Drucks auf die Universitäten werden die Studiengebühren in England zum ersten Mal seit acht Jahren steigen. Ab September 2025 steigen die Kosten für einen Bachelor-Abschluss von 9.250 £ auf 9.535 £ pro Jahr. Diese Änderung geht mit einer Erhöhung des maximal verfügbaren Unterhaltsdarlehens für Studierende einher, die nicht zu Hause wohnen. Dieses wird für Studierende außerhalb Londons von 10.227 £ auf 10.544 £ steigen.
Finanzieller Druck auf Universitäten
Die Warnungen hinsichtlich der finanziellen Lage der Universitäten haben sich verschärft. Laut Universities UK, das 141 Institutionen vertritt, wird dringend empfohlen, die Studiengebühren auf 12.500 Pfund jährlich festzulegen, um die Lehrkosten ausreichend zu decken. Da die Inflation den Wert der bestehenden Studiengebühren schmälert und die Zahl der ausländischen Studenten zurückgeht, stehen viele Universitäten vor Budgetkürzungen, die sich auf Personal und Studienangebot auswirken könnten.
Das Office for Students, Englands Bildungsaufsichtsbehörde, berichtete, dass 40 % der Universitäten in diesem akademischen Jahr mit einem Defizit rechnen. Trotz dieser Bedenken hat die Regierung den Universitäten geraten, „ihre Budgets zu verwalten“.
Lebenshaltungskosten und Studienausgaben
Die finanzielle Belastung der Studierenden geht über die Studiengebühren hinaus. Aktuelle Daten zeigen, dass die durchschnittliche Jahresmiete für Studierende von 6.520 £ im Jahr 2021-22 auf 7.475 £ im Jahr 2023-24 gestiegen ist. Insbesondere in Städten wie Bristol und Nottingham liegen die durchschnittlichen Mieten bei ca. 9.200 £ bzw. 8.427 £.
Nach Untersuchungen des Higher Education Policy Institute (Hepi) decken Unterhaltsdarlehen kaum die Mietkosten. Ohne zusätzliche Unterstützung durch die Familie oder einen Teilzeitjob haben Studierende möglicherweise Schwierigkeiten, ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten nach Abzug der Wohnkosten zu decken.
„Den Studierenden bleibt nach Abzug der Wohnkosten kein Geld zum Leben mehr“, warnt Hepi.
Studierende haben auch mit anderen erheblichen Ausgaben wie Essen und Transport zu kämpfen. Eine von UCAS durchgeführte Umfrage ergab, dass Studierende Ende 2022 durchschnittlich 219 £ pro Woche ausgaben.
Die meisten britischen Studenten können neben einkommensabhängigen Unterhaltsdarlehen auch ein Studiengebührendarlehen beantragen. Die jüngsten Änderungen der Rückzahlungsregeln bedeuten, dass Studenten im Laufe der Zeit möglicherweise mehr zahlen müssen als frühere Absolventen.
Untersuchungen zeigen, dass Hochschulabsolventen zwar im Allgemeinen mehr verdienen als Nicht-Hochschulabsolventen, das zusätzliche Einkommen jedoch rückläufig ist. So lag beispielsweise das Durchschnittsgehalt von Hochschulabsolventen 15 Monate nach ihrem Abschluss laut HESA-Daten bei 29.699 £.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Hochschulstudium zwar die Möglichkeit zu höherem Einkommen und sozialem Aufstieg bieten kann – insbesondere für Menschen aus sozial schwachen Familien –, die steigenden Kosten im Zusammenhang mit Studiengebühren und Lebenshaltungskosten jedoch für viele Studienanfänger eine erhebliche Herausforderung darstellen.