Rennen um das Weiße Haus: Ein knapper Wettbewerb
Nur noch ein Tag bis zur Wahl, und das Rennen um das Weiße Haus ist sowohl auf nationaler Ebene als auch in den entscheidenden Swing States festgefahren. Die Umfragen sind so eng, dass entweder Donald Trump oder Kamala Harris nur zwei oder drei Punkte von einem komfortablen Sieg entfernt sein könnten.
Wichtige Themen, die die Wählerstimmung beeinflussen
Die Wirtschaft bleibt das größte Anliegen der Wähler. Obwohl die Arbeitslosigkeit niedrig ist und die Börse floriert, kämpfen viele Amerikaner mit steigenden Preisen. Die Inflation hat ein Niveau erreicht, das seit den 1970er Jahren nicht mehr erreicht wurde, was Trump dazu veranlasste, die Wähler mit der Frage herauszufordern:
„Geht es Ihnen jetzt besser als vor vier Jahren?“
Im Jahr 2024 zeigen globale Trends, dass die Wähler die Regierungspartei häufig abwählen, was größtenteils auf die hohen Lebenshaltungskosten nach Covid zurückzuführen ist. Derzeit äußern nur 25 % der Amerikaner ihre Zufriedenheit mit der Richtung des Landes, während zwei Drittel eine pessimistische Sicht auf die Wirtschaft haben.
Harris hat sich als Kandidatin des Wandels positioniert, aber ihre Verbindung zum unpopulären Biden erschwert ihre Bemühungen.
Trumps Widerstandskraft trotz Kontroversen
Trotz erheblicher Herausforderungen – darunter die Folgen des Aufstands im Kapitol vom 6. Januar und verschiedener rechtlicher Probleme – blieb Trumps Unterstützung das ganze Jahr über stabil bei oder über 40 %. Viele Republikaner betrachten seine Rechtsstreitigkeiten als politische Hexenjagd, die ihm einen Vorteil bei unentschlossenen Wählern verschafft.
Wahlen hängen oft von emotional aufgeladenen Themen ab. Die Demokraten setzen auf Abtreibungsrechte, während Trump die Einwanderung betont. Nach Rekordbegegnungen an der Grenze zeigen Umfragen, dass die Wähler Trump in Einwanderungsfragen mehr vertrauen, insbesondere in der Latino-Gemeinde.
Trumps Fähigkeit, Menschen zu erreichen, die sich übersehen fühlen, hat dazu geführt, dass sich die traditionellen Hochburgen der Demokraten zugunsten der Republikaner verschoben haben. Sein Fokus auf die Wahlbeteiligung in ländlichen und vorstädtischen Regionen könnte mögliche Verluste unter gemäßigten Wählern mit Hochschulabschluss ausgleichen.
Was für Harris auf dem Spiel steht
Harris nutzt die Ängste vor einer möglichen Rückkehr Trumps aus und brandmarkt ihn als „Faschisten“ und als Bedrohung für die Demokratie. Eine aktuelle Reuters/Ipsos-Umfrage ergab, dass 80 % der Amerikaner meinen, die Nation gerät außer Kontrolle. Sie versucht, sich als Kandidatin der Stabilität zu präsentieren, insbesondere gegenüber gemäßigten Republikanern und Unabhängigen.
Diese Wahl ist historisch, da sie auf die Aufhebung des Urteils Roe v. Wade durch den Obersten Gerichtshof folgt und das Abtreibungsrecht zu einem zentralen Thema macht, das die Wahlbeteiligung bestimmt. Mit Volksinitiativen in 10 Staaten, darunter dem Swing State Arizona, könnte Harris erheblich von der verstärkten Beteiligung weiblicher Wähler profitieren.
Während der Wahlkampf an Fahrt aufnimmt, ist es offensichtlich, dass beide Kandidaten vor einzigartigen Herausforderungen und Chancen stehen, die ihren Weg zum Sieg in diesem hart umkämpften Rennen bestimmen könnten.