Irans Hijab-Protest löst Empörung und Rufe nach Freiheit aus

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  • 04 November 2024
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Protest gegen obligatorisches Hijab-Gesetz im Iran

Menschenrechtsaktivisten fordern die iranischen Behörden auf, eine Frau freizulassen, die festgenommen wurde, weil sie aus Protest gegen die Gesetze zur Hijab-Pflicht an einer Universität ihre Kleidung abgelegt hatte.

Vorfallübersicht

Ein am Samstag in den sozialen Medien geteiltes Video zeigt die Frau, wie sie in Unterwäsche dasitzt und dann ruhig den Bürgersteig der Wissenschafts- und Forschungsabteilung der Islamischen Azad-Universität in Teheran entlanggeht. In einem nachfolgenden Video scheint sie ihre Unterwäsche auszuziehen, woraufhin sie von Zivilbeamten gewaltsam festgenommen und in ein Auto gezerrt wird. Die Azad-Universität behauptete, die Frau habe eine „psychische Störung“ und sei in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Viele Iraner in den sozialen Medien stellten diese Behauptung jedoch infrage und betrachteten ihre Aktionen als Teil der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“, die Frauen dazu ermutigt, sich öffentlich über Gesetze hinwegzusetzen, die ihnen vorschreiben, ihre Haare zu bedecken und lange Kleidung zu tragen.

Historischer Kontext

Die aktuellen Unruhen gehen auf einen tragischen Vorfall vor zwei Jahren zurück, als die Kurdin Mahsa Amini in Polizeigewahrsam starb, weil sie angeblich ihren Hijab nicht „richtig“ trug. Berichten zufolge wurden bei den landesweiten Protesten im Anschluss an dieses Ereignis mehr als 500 Menschen getötet. Der Amirkabir Newsletter, ein Medienunternehmen der iranischen Studentenbewegung, berichtete, dass die Frau wegen ihres fehlenden Kopftuchs in einen Streit mit Sicherheitsbeamten geraten sei, der dazu geführt habe, dass sie sich während der Rauferei ausgezogen habe. Zeugen berichteten, dass sie während ihrer Festnahme Verletzungen erlitten habe, als sie mit dem Kopf gegen die Autotür prallte. Augenzeugenberichten von BBC Persian zufolge betrat die Frau ein Klassenzimmer der Azad-Universität, filmte die Studenten und behauptete, sie sei dort gewesen, um sie zu „retten“.

Handlungsaufforderungen

Die Frauenrechtsaktivistin Azam Jangravi, die aus dem Iran floh, nachdem sie wegen Protesten gegen die Hijab-Pflicht inhaftiert worden war, bemerkte:

„Als ich gegen die Hijab-Pflicht protestierte, … wurde meine Familie unter Druck gesetzt, mich für psychisch krank zu erklären.“ Sie betonte, dass sich viele Familien gezwungen fühlen, solche Erklärungen abzugeben, weil die Behörden so großen Druck ausüben, um ihre Angehörigen zu schützen. Amnesty International forderte den Iran auf, die inhaftierte Universitätsstudentin „sofort und bedingungslos freizulassen“. Sie forderten Schutz vor Folter und die Gewährleistung des Zugangs zu ihrer Familie und Rechtsbeistand. Die Vorwürfe von Misshandlungen während ihrer Verhaftung erfordern eine unabhängige Untersuchung. Die UN-Sonderberichterstatterin für den Iran, Mai Sato, erklärte, sie wolle die Situation genau beobachten. Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi erklärte in Solidarität: „Frauen zahlen den Preis für ihren Widerstand … Ich fordere ihre Freiheit und ein Ende der Belästigung von Frauen.“

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