Untersuchung der Erschießung von Chris Kaba: Wichtige Erkenntnisse
Die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Erschießung von Chris Kaba haben erhebliche Diskussionen ausgelöst, insbesondere im Hinblick auf den Freispruch von Sergeant Martyn Blake, einem an dem Vorfall beteiligten Waffenoffizier.
Überblick über den Vorfall
Chris Kaba wurde am 5. September 2022 angeschossen, als er versuchte, einer Polizeikontrolle in Südlondon zu entgehen. Obwohl in seinem Fahrzeug – einem Audi – keine Schusswaffen gefunden wurden, erlitt er eine tödliche Schusswunde am Kopf. Sergeant Blake argumentierte, er habe geglaubt, dass eine unmittelbare Lebensgefahr bestehe, was ihn dazu veranlasst habe, seine Waffe zu benutzen.
Sal Naseem, der die Ermittlungen für das Independent Office for Police Conduct (IOPC) leitete, äußerte seine Zweifel an der Berechtigung tödlicher Gewalt während des Vorfalls:
„Ein Polizist darf tödliche Gewalt nur anwenden, wenn es unbedingt notwendig ist“, erklärte er und gab an, dass er zum Zeitpunkt der Schussabgabe keine ausreichende Bedrohung gesehen habe.
Kontroversen und Reaktionen
Nach dem Nicht-schuldig-Urteil für Sergeant Blake, das nach nur drei Stunden und 20 Minuten Beratung der Jury erging, brachen Proteste von Kabas Familie und Unterstützern aus. Die Metropolitan Police räumte ein, dass ihr System zur Rechenschaftslegung von Beamten reformiert werden muss.
Naseem wurde für seine erste Einschätzung kritisiert, die darauf schließen ließ, dass möglicherweise ein Mord begangen worden sei. Er beharrte darauf, dass seine Verweisung an die Staatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service, CPS) gerechtfertigt war:
„Wenn das ein Lehrbuchbeispiel war, warum hat die Staatsanwaltschaft dann eine so schwerwiegende Anklage erhoben?“
Die CPS merkte an, dass sie sich des Drucks bewusst sei, dem Waffenbeamte ausgesetzt seien, betonte jedoch ihre Verantwortung, den Geschworenen Fälle vorzulegen, die den Standards der Staatsanwaltschaft entsprächen.
Einblicke ehemaliger Offiziere
Ein ehemaliger Waffenbeamter der Metropolitan Police kommentierte die Betriebsstörungen während der Kontrolle wie folgt:
„Wenn Blakes Fahrzeug nicht in den Stopp verwickelt gewesen wäre, wäre Chris Kaba meiner Meinung nach heute noch am Leben.“
Der Beamte gab an, dass Missverständnisse und mangelnde Kenntnis der Positionen der Polizei zur Eskalation der Spannungen während des Einsatzes beigetragen hätten.
Als Reaktion auf die zunehmenden Bedenken hinsichtlich der Rechenschaftspflicht der Polizei nach Kabas Tod kündigte Innenministerin Yvette Cooper Reformen an, die auf eine bessere Kontrolle der Polizeieinsätze abzielen, insbesondere in Bezug auf Beamte, die mit Schusswaffen zu tun haben.
Das IOPC prüft derzeit Empfehlungen im Zusammenhang mit dem Fall von Sergeant Blake, während die Forderungen nach Transparenz und Gerechtigkeit anhalten. Eine Untersuchung des Todes von Chris Kaba wird nächstes Jahr erwartet, was die anhaltenden Diskussionen über das Verhalten der Polizei und die öffentliche Sicherheit noch stärker in den Vordergrund rückt.