# Moldawiens Präsidentschaftswahlen: Eine entscheidende Entscheidung
Moldawiens **proeuropäische Präsidentin** Maia Sandu ist nach einer entscheidenden Stichwahl, die als Kampf zwischen **Europa und Russland** gilt, auf dem Weg zu einer zweiten Amtszeit. Ihr Gegner Alexandr Stoianoglo, der von der **prorussischen Partei der Sozialisten** unterstützt wird, lag in den Umfragen zunächst vorne und versprach, die Beziehungen zu Moskau zu stärken.
## Wahlergebnisse und Wahlbeteiligung
Nach Auszählung von über 95 % der Stimmen hat die Zentrale Wahlkommission Sandu 51,85 % der Stimmen zugesichert. Die erwarteten Ergebnisse der Wähler im Ausland könnten ihren Vorsprung noch weiter festigen.
Während des Wahlprozesses wurden Befürchtungen über eine „massive Einmischung“ Russlands geäußert, die möglicherweise das Wahlergebnis verfälschen könnte. Trotz dieser Vorwürfe hat Russland jegliche Einmischung in moldawische Wahlangelegenheiten kategorisch bestritten.
Die Wahlen in Moldawien endeten um **21:00 Uhr (19:00 Uhr GMT)**. Die Wahlbeteiligung lag bei **54 %**, was einem Anstieg im Vergleich zu vor vier Jahren entspricht. Besonders hoch war die Wahlbeteiligung unter den im Ausland lebenden Wählern in den Wahllokalen im Ausland.
## Politische Dynamiken und Vorwürfe
Beide Kandidaten bedankten sich bei ihren Anhängern, als die Wahllokale schlossen. Stoianoglo wandte sich sowohl auf Russisch als auch auf Rumänisch an die Wähler – ein Spiegelbild der komplexen Sprachenlandschaft Moldawiens, die von seiner sowjetischen Vergangenheit geprägt ist.
Nachdem sie ihre Stimme abgegeben hatte, forderte Sandu die Moldauer auf, ihre Unabhängigkeit zu wahren, und warnte vor „Dieben“, die versuchen, Stimmen zu kaufen und die Zukunft des Landes zu beeinflussen. Ihr nationaler Sicherheitsberater behauptete, Russland habe den Transport von Wählern aus verschiedenen Regionen organisiert.
Es kamen erhebliche Vorwürfe im Zusammenhang mit einem flüchtigen Oligarchen namens **Ilan Shor** auf, der Berichten zufolge **39 Millionen US-Dollar (30 Millionen Pfund)** ausgegeben haben soll, um das Wahlergebnis durch finanzielle Anreize für rund **138.000 Moldauer** zu beeinflussen.
## Implikationen für die Regionalpolitik
Kommentatoren warnen, ein Sieg Stoianoglos könnte die politische Landschaft in den Donau- und Schwarzmeerregionen drastisch verändern – und zwar nicht nur als „Trojanisches Pferd“, sondern aufgrund der bemerkenswerten Unterstützung, die Russland für ihn bietet.
An verschiedenen Orten, darunter Moskau und Italien, wurde von Warteschlangen vor Wahllokalen berichtet, insbesondere unter Wählern aus der überwiegend russischsprachigen abtrünnigen Region Transnistrien. In diesem Gebiet befindet sich eine russische Militärbasis und es ist ein Brennpunkt im anhaltenden Kampf Moldawiens um Souveränität.
Die Wahlkommission nahm Berichte über organisierte Grenzübertritte von Wählern zur Kenntnis und rief die Öffentlichkeit dazu auf, bei der Meldung etwaiger Verstöße mitzuhelfen.