Die emotionalen Auswirkungen einer Fehlgeburt und mangelnde Unterstützung
Eine persönliche Traumaerfahrung
Shelley Romaniuk, 33, litt unter tiefem emotionalem Stress, nachdem sie während einer Routineuntersuchung in der 12. Woche von ihrer Fehlgeburt erfahren hatte. Sie beschrieb, dass sie sich durch die mangelnde Betreuung und Unterstützung durch die Gesundheitsdienste während dieser schwierigen Zeit „traumatisiert“ fühlte.
„Nach dem Scan wurden wir einfach in einen Raum gebracht, bekamen ein Merkblatt und ließen uns dort, bis jemand hereinkam und fragte, was wir tun wollten“, erzählte Shelley.
Shelley und ihr Mann, die ihr erstes Kind erwarteten, erfuhren, dass sie eine verhaltene Fehlgeburt erlitten hatten. Obwohl sie sich einen chirurgischen Eingriff namens Dilatation und Kürettage (D&C) wünschte, wurde ihr mitgeteilt, dass es für eine Woche keine freien Termine gäbe.
„Sie sagten im Grunde, Sie können es jetzt nicht haben; Sie müssen nach Hause gehen und in einer Woche wiederkommen“, sagte sie.
Die Notwendigkeit psychischer Unterstützung
Während Shelley auf die Ausschabung wartete, bekam sie zu Hause Krämpfe und musste in die Notaufnahme. Leider verlor sie das Baby auf natürliche Weise vor der geplanten Operation.
Shelley drückte ihre Frustration über den Mangel an emotionaler Unterstützung aus, den sie erhielt:
„Es gab kein Unterstützungsangebot, keine Therapie, keine Beratung … Ich war danach lange Zeit depressiv.“
Nachdem Shelley und ihr Mann jahrelang versucht hatten, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, wandten sie sich einer privaten Fruchtbarkeitsbehandlung zu. In den nächsten Wochen erwarten sie nun ein kleines Mädchen. Shelley glaubt jedoch, dass der Weg zur Empfängnis durch die fehlende psychologische Unterstützung erschwert wurde.
„Das Trauma dieser verhaltenen Fehlgeburt und die Art, wie wir behandelt wurden, bleiben einem im Gedächtnis“, erklärte sie.
Der breitere Kontext: Unfruchtbarkeitsbedingtes Trauma
Untersuchungen des Fertility Network UK und mehrerer Universitäten haben ergeben, dass bei 41 % der Befragten in ganz Großbritannien nach Unfruchtbarkeit eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert wurde. Dr. Catherine Hill betonte die Bedeutung dieser Untersuchung:
„Unfruchtbarkeitsbedingte Traumata kommen sehr häufig vor und sind in unserer Gesellschaft ein stilles Trauma.“
Insbesondere in Wales berichteten viele Personen, dass sie während ihrer Fruchtbarkeitsbehandlung nur eine Beratungssitzung erhalten hätten – eine Praxis, die oft unzureichend ist. Dr. Sofia Gameiro stellte fest, dass über 60 % der Teilnehmer das Gefühl hatten, dass Aspekte ihrer Betreuung ihr Trauma aufgrund mangelnder Empathie oder nicht unterstützender Betreuung verschlimmerten.
Die walisische Regierung hat diese Probleme anerkannt und erklärt, dass sie sich der erheblichen Auswirkungen von Unfruchtbarkeit auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden bewusst ist. Sie betonte die laufenden Bemühungen, eine qualitativ hochwertige Betreuung innerhalb ihrer Fruchtbarkeitsdienste sicherzustellen.