Maia Sandu sichert sich ihre zweite Amtszeit in Moldawien
Moldawiens proeuropäische Präsidentin Maia Sandu hat sich nach einer spannenden Stichwahl, bei der die Wähler vor die Wahl zwischen Europa und Russland gestellt wurden, erfolgreich für eine zweite Amtszeit qualifiziert.
Wahlergebnisse und Wahlbeteiligung
Nach Auszählung der meisten vorläufigen Ergebnisse sicherte sich Sandu über 54% der Stimmen. In ihrer Ansprache am späten Abend bekräftigte sie ihre Entschlossenheit, “Präsidentin für alle Moldauer” zu sein. Ihr Gegner, Alexandr Stoianoglo, der von der prorussischen Partei der Sozialisten unterstützt wird, plädierte für engere Beziehungen mit Moskau.
Während des Wahlprozesses behauptete Sandus nationaler Sicherheitsberater, Russland habe “massive Einmischung” betrieben, die das Wahlergebnis verfälschen könnte. Russland hat diese Vorwürfe zurückgewiesen, obwohl moldawische Politiker Bedenken geäußert hatten.
Die Abstimmung endete um 21:00 Ortszeit (19:00 GMT). Die Wahlbeteiligung lag bei 54 % und war damit deutlich höher als bei vorherigen Wahlen, insbesondere unter den im Ausland lebenden Bürgern.
Schlüsselmomente und Reaktionen
Als die Ergebnisse bekannt wurden, ging Stoianoglo mit über 51 % der Stimmen in Moldawien zunächst in Führung. In Chisinau und bei den Wählern im Ausland dominierte Sandu jedoch.
Als sie Stoianoglo am späten Wahlabend überholte, brachen in ihrem Wahlkampfhauptquartier Jubelrufe aus, in denen „Sieg“ gebrüllt wurde. In ihrer Rede lobte sie ihre Mitbürger für ihr Engagement für die Demokratie und erklärte:
„Bei unserer Entscheidung für eine würdige Zukunft hat niemand verloren … wir müssen vereint stehen.“
Olga Rosca, Sandus außenpolitische Beraterin, betonte die Bedeutung der Einheit der Moldauer auf der ganzen Welt und erklärte, sie seien „eine Familie“.
Zukünftige Herausforderungen
Das endgültige Ergebnis wird voraussichtlich am Montag bekannt gegeben. Mit Blick auf die Wahlen im nächsten Jahr hat Sandu durch die Intensivierung ihrer Bemühungen gegen Korruption und die Beschleunigung von Justizreformen angedeutet, dass ein Wandel notwendig sei.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Sandu zu ihrem Sieg und betonte, dass es Stärke bräuchte, um die Herausforderungen dieser Wahl zu meistern:
„Ich freue mich, weiterhin mit Ihnen auf eine europäische Zukunft für Moldawien und seine Bevölkerung hinzuarbeiten.“
Sandus Sieg ist nicht nur für Moldawien von Bedeutung, sondern auch für die gesamte geopolitische Landschaft Osteuropas, denn er spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen westlichen Einflüssen und russischen Interessen in der Region wider.