Gabriela verstehen: Eine Studie zum Einfluss sozialer Medien auf Wahlen
Lernen Sie Gabriela kennen, eine fiktive Figur, die geschaffen wurde, um zu untersuchen, wie soziale Medien politische Perspektiven beeinflussen. Sie ist in ihren Vierzigern, Latina und lebt in Miami. Obwohl sie sich nicht besonders für Politik interessiert, macht sie sich Sorgen um die Wirtschaft und Abtreibungsrechte. Die Frage bleibt: Wird sie wählen und wenn ja, wen?
Die Schaffung eines Undercover-Wählers
Im Jahr 2022 war Gabriela eine von fünf Figuren, die die politischen Inhalte überwachen sollten, denen Personen mit unterschiedlichen Ansichten in den sozialen Medien begegnen. Kurz vor dem Wahltag buhlen beide Präsidentschaftskandidaten um die Aufmerksamkeit unentschlossener Wähler wie Gabriela.
Um ihr Profil zu erstellen, habe ich Konten auf den wichtigsten Plattformen eingerichtet – X, TikTok, Instagram, Facebook und YouTube. Anfangs war ihre Social-Media-Aktivität unpolitisch: Sie beteiligte sich an Coupon-Seiten, Tanzvideos und Community-Gruppen. Als ich jedoch mit empfohlenen Inhalten interagierte, begannen sich ihre Feeds zu entwickeln.
Die politische Landschaft in den sozialen Medien
Im Laufe der Zeit haben sich Gabrielas Feeds dramatisch verändert. Auf X wird ihr Erlebnis von politischen Inhalten aus Donald Trumps Wahlkampf dominiert. Posts mit Memes über Trumps Wahlkampfveranstaltungen haben zig Millionen Aufrufe erzielt. Zum Beispiel:
„Scheint zu stimmen“ begleitet ein Meme, das Trumps Fahndungsfoto neben Karten zeigt, die die Zugewinne der Republikaner anzeigen.
Im Gegensatz dazu erscheinen in ihrem Feed weniger Beiträge, die Kamala Harris unterstützen. Beiträge über Trump betonen oft seine Persönlichkeit, statt sich in politische Diskussionen zu vertiefen.
Auf TikTok sieht Gabriela jedoch häufig Montagen, in denen Kamala Harris bei Kundgebungen gefeiert wird. In einem bemerkenswerten Beitrag heißt es:
„Amerika ist bereit für Kamala Harris“, was ihre Identität als Latina-Wählerin widerspiegelt.
Umgekehrt sind auch Trump-kritische Posts sichtbar, tauchen aber seltener auf.
Veränderte Dynamik in politischen Anzeigen
Gabrielas YouTube-Feed tendiert zu parteipolitischen Botschaften beider Kandidaten. Die Anzeigen konzentrieren sich eher darauf, Wähler zu motivieren, als Meinungen zu ändern. Zum Beispiel:
- In einem Video behauptet Harris, sie werde „die Steuern für 100 Millionen berufstätige Amerikaner senken.“
- Trumps Wahlkampfteam fordert die Zuschauer auf: „Machen Sie einen Plan, gehen Sie zur Wahl und wählen Sie Trump!“
Trotz dieser gezielten Anzeigen und Posts auf Plattformen wie YouTube und TikTok bleiben Gabrielas Instagram und Facebook relativ unpolitisch, da die Empfehlungen politischer Inhalte aufgrund jüngster Änderungen auf Metaplattformen eingeschränkt sind.
Da Algorithmen aktives Engagement über neutrale Diskurse stellen, wird Gabrielas ursprünglich unpolitische Perspektive offensichtlich durch die digitale Landschaft, in der sie sich bewegt, neu geformt. Dies verdeutlicht, wie soziale Medien die Wahrnehmung der Wähler beeinflussen, je näher der Wahltag rückt.