Geburtenrate in England und Wales erreicht Rekordtief

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  • 03 November 2024
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Aktuelle offizielle Statistiken zeigen, dass die Geburtenrate in England und Wales ihren niedrigsten Stand seit den 1970er Jahren erreicht hat. Die Fertilitätsrate, die die durchschnittliche Anzahl der Kinder angibt, die eine Frau während ihrer reproduktiven Jahre voraussichtlich zur Welt bringen wird, liegt derzeit bei 1,44, während Schottland mit 1,3 sogar noch weniger meldet. Dieser Trend ist nicht auf Großbritannien beschränkt; in vielen Ländern sind sinkende Fertilitätsraten zu verzeichnen, was einige dazu veranlasst, Maßnahmen zur Förderung der Geburtenrate zu ergreifen.

Zu diesem Rückgang der Geburtenrate tragen mehrere Faktoren bei. Die finanzielle Belastung durch die Kindererziehung, der Druck auf dem Arbeitsmarkt und die Schwierigkeit, passende Partner zu finden, spielen alle eine Rolle. Darüber hinaus äußert eine wachsende Zahl junger Erwachsener überhaupt keinen Kinderwunsch.

In Gesprächen mit Personen Anfang dreißig – etwa dem Durchschnittsalter für junge Eltern in England und Wales – kamen unterschiedliche Perspektiven zum Vorschein. Ellie Lambert aus Sheffield möchte gerne Kinder haben, hat aber noch nicht den richtigen Partner gefunden. Sie hat vor zwei Jahren 18.000 Pfund in das Einfrieren von Eizellen investiert, ist aber frustriert über die Ungewissheit, ob sie dadurch Mutter wird. Besorgt über die finanzielle Belastung von Alleinerziehenden denkt sie über einen Bericht nach, der besagt, dass die Erziehung eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr für Paare etwa 166.000 Pfund und für Alleinerziehende etwa 220.000 Pfund kostet.

Chris Taylor und Gemma Wrathmell aus Wakefield dachten ebenfalls über eine Elternschaft nach, entschieden sich jedoch letztendlich aus finanziellen Gründen dagegen. Mit einem gemeinsamen Einkommen von etwa 60.000 Pfund kamen sie zu dem Schluss, dass ihr Budget für ein Kind nicht ausreichte. Chris plant eine Vasektomie, nachdem Gemma jahrelang Verhütungsmittel verwendet hat.

Dami Olonisakin, eine Podcasterin aus London, findet Fortschritte in der Fruchtbarkeitsbehandlung ermutigend, erkennt aber die Herausforderungen an, denen Frauen in Bezug auf Kinderbetreuungskosten und Mutterschaftsrichtlinien gegenüberstehen. Sie zieht es vor, eine unterstützende Partnerschaft aufzubauen, bevor sie über Mutterschaft nachdenkt, und fühlt sich nicht durch gesellschaftliche Erwartungen unter Druck gesetzt.

Kari Aaron Clark, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter in London 53.000 Pfund verdient, hat trotz seines relativ hohen Gehalts ähnliche finanzielle Sorgen. Er fühlt sich aufgrund instabiler Wohnverhältnisse und steigender Kinderbetreuungskosten nicht auf die Elternschaft vorbereitet, weshalb er stattdessen über eine Adoption nachdenkt.

Experten weisen darauf hin, dass sinkende Geburtenraten nicht nur auf die Verzögerung bei der Familiengründung zurückzuführen sind, sondern auch auf die steigende Zahl von Menschen, die sich gegen Kinder entscheiden. Daten zeigen, dass junge Erwachsene heute weniger zuversichtlich sind, Eltern zu werden als frühere Generationen. Dieser Wandel wirft wichtige Fragen über zukünftige demografische Trends und wirtschaftliche Auswirkungen auf, da weniger Kinder geboren werden.

Während sich manche über einen möglichen Rückgang des Bevölkerungswachstums Sorgen machen – insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Arbeitskräfte – glauben andere, dass Einwanderung diese Auswirkungen abmildern kann. Während sich die Gesellschaften wirtschaftlich und kulturell weiterentwickeln, verändert sich die Landschaft der Elternschaft weiterhin erheblich.

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