Spaniens Flutkrise 10.000 Soldaten im Chaos mobilisiert

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  • 02 November 2024
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Der spanische Ministerpräsident hat zusätzliche 5.000 Soldaten sowie 5.000 Polizisten und Guardia Civil in die Region Valencia entsandt, als Reaktion auf die wachsende Kritik der Bevölkerung am Umgang mit den verheerenden Überschwemmungen. Die Zahl der Todesopfer ist auf 211 gestiegen, vor allem in der Region Valencia, und dürfte mit der Fortsetzung der Rettungsmaßnahmen noch weiter steigen.

Auslöser der katastrophalen Überschwemmungen waren schwere Regenfälle, die am Montag begannen. Sie führten zur Zerstörung von Brücken und zur Überschwemmung von Städten mit Schlamm. In vielen Gemeinden fehlt es an lebensnotwendigen Dingen wie Wasser, Nahrung und Strom. Im Nordosten und Süden Spaniens gelten noch immer Wetterwarnungen, die voraussichtlich bis Sonntag andauern werden. Für die Balearen wurde eine separate Warnung herausgegeben.

Derzeit sind rund 1.700 Soldaten in Valencia mit Such- und Rettungsaktionen beschäftigt, doch die Hoffnung, Überlebende zu finden, schwindet. Die Bemühungen konzentrieren sich darauf, unterirdische Räume wie Tunnel und Parkplätze, in denen Menschen eingeschlossen sein könnten, von Wasser zu befreien.

Paco Polit, ein in Valencia ansässiger Journalist, wies darauf hin, dass die neu eingesetzten Truppen wichtiges schweres Gerät wie Bulldozer und Lastwagen bereitstellen würden, was sowohl die Effizienz als auch die Koordinierung der Rettungsmaßnahmen verbessern würde. Die örtlichen Behörden haben erhebliche Kritik an ihrer langsamen Reaktion und unzureichenden Präventivwarnungen vor den Überschwemmungen erfahren.

Die Bewohner haben erschütternde Schilderungen ihrer Erlebnisse gemacht. Amparo Andres, die ihren Laden seit vier Jahrzehnten betreibt, berichtete, wie ihr die Fluten bis zum Hals standen und sie alles verlor, außer ihrem Leben. Ein anderer Anwohner, Juan Pérez, drückte seine Verzweiflung darüber aus, dass seine Familie über Nacht ihr Zuhause verloren hatte.

Die Zivilschutzbehörde hat für die Bevölkerung von Valencia einen Notruf ausgelöst, nachdem die Fluten bereits deutlich angestiegen waren. Juan González aus Aldaia kritisierte die örtlichen Behörden, weil sie trotz des Vorwissens über mögliche Überschwemmungen keine Vorsorgemaßnahmen ergriffen hätten.

In Paiporta, einer Stadt, die von den Überschwemmungen schwer getroffen wurde und in der über 60 Menschen ums Leben kamen, äußerten die Einwohner ihre Frustration über unzureichende Hilfe und Ressourcen für die Wiederaufbaubemühungen. Kritik richtete sich auch gegen die Regierung in Madrid wegen ihrer verspäteten Mobilisierung des Militärs und weil sie Hilfsangebote aus Frankreich abgelehnt hatte.

Inmitten dieser Krise organisieren Freiwillige, die vor allem von jungen Menschen in den sozialen Medien angeführt werden, Aufräumaktionen in Valencia. Die lokalen Behörden haben den Verkehr in den Ballungsgebieten eingeschränkt, um den Rettungsdiensten den Zugang zu erleichtern.

Auch in Südspanien sind mehrere Regionen von Überschwemmungen betroffen. Viele Familien mussten aufgrund der steigenden Wassermassen evakuiert werden. Da es das ganze Jahr über kaum geregnet hatte, konnte der Boden während dieses sintflutartigen Regens keine großen Wassermengen aufnehmen. Laut Wetterberichten gab es in einigen Gebieten in der Nähe von Valencia innerhalb von nur acht Stunden eine beispiellose Niederschlagsmenge.

Man geht davon aus, dass die globale Erwärmung diese extremen Wetterereignisse verschlimmert. Studien deuten darauf hin, dass die Niederschlagsmengen aufgrund des Klimawandels deutlich höher waren als üblich. Während die Rettungsbemühungen inmitten dieser Tragödie weitergehen, ist das Ausmaß der Zerstörung auf Satellitenbildern und in den Augen betroffener Bewohner weiterhin deutlich erkennbar.

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