Kemi Badenochs mutige Schritte verändern die Dynamik der britischen Konservativen Partei

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  • 02 November 2024
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Kemi Badenoch, die kürzlich zur Vorsitzenden der Konservativen Partei gewählt wurde, löst in ihren eigenen Reihen gegensätzliche Meinungen aus und erinnert an ihr politisches Idol Margaret Thatcher. Ihre festen Überzeugungen, ihre „Anti-Woke“-Haltung und ihr geradliniger Ansatz haben ihr beträchtliche Unterstützung bei der konservativen Rechten und bei den Basismitgliedern eingebracht und zu ihrem Sieg über ihren rechten Konkurrenten Robert Jenrick geführt. Badenoch schrieb Geschichte als erste schwarze Frau an der Spitze einer großen britischen politischen Partei und distanzierte sich deutlich von der Identitätspolitik, während sie sich der anspruchsvollen Aufgabe widmet, das Image ihrer Partei wiederzubeleben.

Die ehemalige Wirtschaftsministerin führt die Schwierigkeiten der Konservativen bei den jüngsten Parlamentswahlen auf eine Diskrepanz zwischen ihrer Rhetorik und ihrer Regierungsführung zurück. Sie glaubt, die Partei müsse „aufhören, sich wie Labour zu benehmen“, um wieder an die Macht zu kommen. Dies war ein zentrales Thema ihres Wahlkampfs, der darauf abzielte, die politische Haltung Großbritanniens zu verändern.

Badenoch wurde 1980 in Wimbledon als Tochter nigerianischer Eltern geboren und verbrachte ihre frühen Jahre in Nigeria und den USA. Mit 16 Jahren kehrte sie aufgrund der sich verschlechternden Bedingungen in Nigeria nach Großbritannien zurück und schloss ihr Abitur ab, während sie in verschiedenen Jobs arbeitete. Nachdem sie einen Abschluss in Computertechnik an der Sussex University und später ein Jurastudium abgeschlossen hatte, wechselte sie in die Finanzbranche, bevor sie als Digital Director zum Spectator kam.

Ihre politische Laufbahn begann, als sie 2005 der Konservativen Partei beitrat. Obwohl sie bei den Parlamentswahlen und der London Assembly zunächst Rückschläge hinnehmen musste, sicherte sie sich 2015 einen Sitz in der Assembly, nachdem zwei Tory-Mitglieder ins Parlament gewählt worden waren. Ihre Unterstützung für den Brexit im Jahr 2016 war ein entscheidender Moment, bevor sie 2017 einen Parlamentssitz für Saffron Walden gewann.

Badenochs Aufstieg fiel mit der Kabinettsumbildung in Boris Johnson zusammen. Obwohl sie zunächst kein Kabinettsmitglied war, erhielt sie im Führungswettbewerb nach Johnsons Rücktritt beträchtliche Unterstützung. Ihr offenes Auftreten führte dazu, dass sie unter Liz Truss zur Ministerin für internationalen Handel ernannt und später von Rishi Sunak in ihr Amt übernommen wurde.

Badenoch ist dafür bekannt, kontroverse Themen offen anzusprechen. Sie hat Kontroversen ausgelöst, indem sie Behauptungen über weit verbreiteten institutionellen Rassismus in Großbritannien in Frage stellte und sich für geschlechterkritischen Feminismus einsetzte. Während ihrer Amtszeit blockierte sie unter anderem Schottlands Gesetz zur Reform der Geschlechtsanerkennung und widersetzte sich geschlechtsneutralen Toiletten.

Manche bezeichnen sie als „Kulturkämpferin“, doch Badenoch widerspricht dieser Beschreibung, indem sie behauptet, sie kämpfe für konservative Prinzipien, statt Konflikte zu suchen. Ihre Offenheit hat bei Kollegen sowohl Bewunderung als auch Bedenken hervorgerufen; manche schätzen ihre Ehrlichkeit, während andere sich von ihrem konfrontativen Stil abschrecken lassen.

In jüngsten Stellungnahmen sprach sich Badenoch dafür aus, dass der Konservatismus „in der Krise“ sei, und führte dies auf progressive Ideologien zurück, die traditionelle Werte in Frage stellen. Sie plädiert für eine Rückbesinnung auf konservative Kernprinzipien, um der wirtschaftlichen Stagnation und der Unzufriedenheit der Bevölkerung wirksam entgegenzutreten. Während sie sich auf ihre Rolle nach der Wahl zum Parteivorsitzenden vorbereitet, steht Kemi Badenoch vor großen Herausforderungen.

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