Wenn Sie Ihren Namen während eines Lagerfeuers schon einmal mit einer Wunderkerze in die Luft geschrieben haben, haben Sie sich mit der Kunst der Lichtmalerei beschäftigt. Der schottische Fotograf David Gilliver war von den ätherischen „Lichtlinien, die in der Luft schweben“ fasziniert und fühlte sich dazu verpflichtet, dieses Phänomen durch seine Linse einzufangen. Seit 15 Jahren ist er führend in der Lichtmalerei und eines seiner Werke mit dem Titel „Where Rainbows Sleep“ wurde für einen British Photography Award in der neuen Kategorie „Beste Fotografie bei schwachem Licht“ nominiert.
Stellen Sie sich vor, Mr. Gilliver steht in einer dunklen Fischerhütte, ganz in Schwarz gekleidet und mit etwas, das wie ein „Lichtschwert“ aussieht. Dies ist keine Szene aus Star Wars, sondern der Beginn seines kreativen Prozesses. Um vor dem dunklen Hintergrund nicht gesehen zu werden, lässt er seinen inneren Bösewicht heraus und verwendet Langzeitbelichtungstechniken, bei denen der Verschluss der Kamera zwischen 30 Sekunden und 20 Minuten lang geöffnet bleibt. Seine Kamera steht sicher auf einem Stativ am anderen Ende des Raums, da selbst kleinste Bewegungen das Bild verwischen könnten.
Als er sich der Kamera nähert, schwenkt er gekonnt sein Lichtschwert, bevor er durch eine Falltür verschwindet. Die verlängerte Belichtungszeit ermöglicht es ihm, die Umgebung der Hütte manuell mit einem Blitz auszuleuchten. Herr Gilliver glaubt, dass Einfachheit oft die besten Ergebnisse bringt, experimentiert aber auch gerne. In einem eindrucksvollen Bild verwendet er Schmetterlingsschlüsselringe mit batteriebetriebenen Lichtern, um eine bezaubernde Darstellung schwebender Schmetterlinge zu schaffen.
Seine künstlerische Reise begann mit einem Auge für Schönheit, doch nachdem er als Künstler kaum Erfolg hatte, machte er 14 Jahre lang einen Abstecher in die Finanzwelt. Während seiner Zeit auf Guernsey entwickelte er eine Obsession für Lichtmalerei, da er versuchte, die magischen Nachtlandschaften der Insel einzufangen. Als er 2015 nach Schottland zurückkehrte, fand er Inspiration in der dramatischen Landschaft und beschloss, sich 2018 hauptberuflich der Fotografie zu widmen, indem er seinen Konzernjob aufgab.
Als er seine Lichtmalereien online teilte, fragten die Zuschauer oft nach seinen Techniken, was andere Fotografen dazu veranlasste, ihn bei seinen Aufnahmen zu begleiten. Heute lebt Herr Gilliver in Gartcosh, North Lanarkshire, und leitet Workshops in ganz Großbritannien. Er stellt fest, dass viele glauben, Lichtmalerei sei komplex; sie wird jedoch recht zugänglich, wenn man erst einmal damit zu experimentieren beginnt. Die Freude, die er empfindet, wenn er miterlebt, wie andere ihr kreatives Potenzial entdecken, treibt seine Leidenschaft für das Unterrichten an.
Neben der Lichtmalerei verfügt Herr Gilliver über eine umfangreiche Sammlung von Makrofotografien, die extreme Nahaufnahmen verschiedener Motive, darunter kleine Objekte und Insekten, zeigen. Er setzt auf kreative Weise Figuren ein, um Szenen darzustellen, die von filmischen Momenten bis hin zu ernsteren Themen reichen. Nachdem er bei früheren British Photography Awards Auszeichnungen gewonnen hat – darunter die für die beste Makrofotografie im Jahr 2022 –, beeindruckt seine Arbeit weiterhin. In diesem Jahr wurde er in drei Kategorien nominiert: beste Makrofotografie, Fotografie bei schwachem Licht und kommerzielle Fotografie. Die Preisverleihung ist für den 4. November geplant.