Spanien kämpft derzeit mit den Folgen schwerer Sturzfluten, die kürzlich den Südosten des Landes heimgesucht haben und zu einer tragischen Zahl von über 200 Todesopfern geführt haben. Die meisten dieser Todesfälle ereigneten sich in Valencia, einer Küstenregion, die von der plötzlichen Flut stark betroffen war. Besonders schwer betroffen ist Paiporta, eine Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern, wo Berichten zufolge mindestens 62 Menschen ums Leben kamen.
Zu dieser hohen Opferzahl haben mehrere miteinander verbundene Faktoren beigetragen. Viele Opfer saßen in ihren Fahrzeugen fest, als die Fluten unerwartet anstiegen. Unzureichende Notfallplanung und extreme Regenfälle, die durch den Klimawandel noch verstärkt werden, sind ebenfalls wichtige Faktoren. Die örtliche Zivilschutzbehörde gab am Dienstag nach 20:00 Uhr Ortszeit eine Notfallwarnung für die Bewohner von Valencia und Umgebung heraus; zu diesem Zeitpunkt waren viele Gebiete jedoch bereits von erheblichen Überschwemmungen betroffen.
Videomaterial zeigt, dass Paiporta von den Überschwemmungen überrollt wurde, während die Fahrzeuge auf den Straßen blieben. Obwohl es in Gegenden wie Utiel und Chiva stärker geregnet hat, hat die einzigartige Geografie der Stadt – mit einer Schlucht, die durch sie verläuft – die Auswirkungen der Überschwemmungen noch verstärkt. Bürgermeisterin Maribel Albalat stellte fest, dass Paiporta auf ein solches Ereignis schlecht vorbereitet war, und nannte zahlreiche Erdgeschosswohnungen als erheblichen Risikofaktor. Tragischerweise starben sechs Bewohner eines Altenpflegeheims, als die Flut ihr Gebäude überschwemmte.
Albalat wies auf eine gewisse Gleichgültigkeit der Einwohner hin und erklärte, Überschwemmungen seien in Paiporta nicht üblich und viele Menschen seien auf eine solche Katastrophe nicht vorbereitet. Garagen seien besonders gefährlich geworden; wie ein Einwohner erklärte, wollten viele ihre Autos aus Angst vor Überschwemmungen abholen.
Die Autobahn A3 zwischen Valencia und Madrid war eine von mehreren Straßen, auf denen Autofahrer wegen des steigenden Wasserspiegels festsaßen. Augenzeugenberichte schildern die schrecklichen Erlebnisse von Menschen, die versuchten, aus ihren Fahrzeugen zu entkommen oder sich an Laternenpfählen festklammerten, um sich zu retten.
Lokale Behörden warnen weiterhin vor den Gefahren, die in den betroffenen Gebieten noch immer bestehen. Es gibt Berichte über umgekippte Autos, in denen möglicherweise Personen eingeschlossen sind. Die Behörden haben in den sozialen Medien Anleitungen zur Flucht aus Fahrzeugen bei Überschwemmungen veröffentlicht.
Die Schwere dieses Wetterereignisses kann auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden. Die dicht besiedelten Regionen um Valencia haben aufgrund des Niederschlagsmangels das ganze Jahr über Probleme, Regenfälle effektiv aufzunehmen. Untersuchungen zeigen, dass ungebremste Bebauung zu mehr undurchlässigen Oberflächen geführt hat, was das Hochwasserrisiko erhöht. Darüber hinaus haben Wissenschaftler festgestellt, dass der Klimawandel diese Ereignisse verschärft; vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass die jüngsten Regenfälle aufgrund der globalen Erwärmung um 12 % stärker waren.