Hausärzte warnen, Steuererhöhung könne Patientenversorgung gefährden

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  • 01 November 2024
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Allgemeinmediziner fordern die Regierung auf, sie vor den in der jüngsten Haushaltsankündigung angekündigten Steuererhöhungen für Arbeitgeber zu schützen, und warnen, dass dies die Patientenversorgung beeinträchtigen könnte. Während der NHS und andere öffentliche Einrichtungen ab April vor einer Erhöhung der Beiträge zur Sozialversicherung (NI) geschützt sind, werden Allgemeinmediziner – die hauptsächlich als Kleinunternehmen tätig sind – davon betroffen sein.

Das Gesundheitsministerium hat angedeutet, dass es in Kürze weitere Richtlinien für Hausärzte geben wird, konkrete Angaben stehen jedoch noch aus. Darüber hinaus haben private Unternehmen im Bereich der Sozialfürsorge ihre Besorgnis über die Auswirkungen der Sozialversicherungserhöhung und einer geplanten Erhöhung des Mindestlohns um 6,7 % geäußert.

Ab April nächsten Jahres müssen Arbeitgeber auf Gehälter über 5.000 Pfund einen Sozialversicherungssatz von 15 % einziehen. Das ist eine Erhöhung gegenüber dem aktuellen Satz von 13,8 %, der für Gehälter über 9.100 Pfund gilt. Das Institute of General Practice Management schätzt, dass diese Änderung die durchschnittliche Steuerschuld einer Allgemeinarztpraxis um etwa 20.000 Pfund pro Jahr erhöhen könnte.

Finanzminister Darren Jones hat behauptet, dass Änderungen am Beschäftigungszuschuss – der es bestimmten Unternehmen ermöglicht, ihre Sozialversicherungskosten zu senken – kleineren Hausarztpraxen helfen werden, diese finanzielle Belastung zu bewältigen. Berufsverbände haben sich jedoch skeptisch zu dieser Behauptung geäußert und darauf hingewiesen, dass viele Unternehmen, die in erster Linie den öffentlichen Sektor bedienen, keinen Anspruch auf diesen Zuschuss haben.

Das Royal College of GPs hat sich an Gesundheitsminister Wes Streeting gewandt und sich dafür eingesetzt, dass Arztpraxen ausreichende Mittel erhalten, um die durch die Steuererhöhung verursachten Mehrkosten zu decken. Prof. Kamila Hawthorne, Vorsitzende des Colleges, warnte, dass Praxen ohne eine solche Unterstützung möglicherweise Entlassungen oder sogar Schließungen in Betracht ziehen müssten, was sich letztlich auf die Patientenversorgung auswirken würde.

Dr. David Wrigley von der British Medical Association teilte diese Bedenken und forderte eine sofortige Ankündigung bezüglich der vollständigen Kostenerstattung für betroffene Praxen. Er betonte, dass viele Praxen bereits finanzielle Probleme hätten und die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge eine Belastung für sie darstellen würde.

Paul Stanley, Praxismanager bei Gas House Lane Surgery in Northumberland, prognostizierte aufgrund der Kostenerhöhung eine jährliche Kostensteigerung von rund 40.000 Pfund, was eine Überprüfung der Personalstärke erforderlich machen könnte.

Dieser Streit um die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge unterstreicht die Komplexität der öffentlich finanzierten Gesundheitsversorgung. Anders als NHS-Krankenhäuser, die finanzielle Unterstützung durch Nachzahlungen aus dem Staatshaushalt erhalten, gelten für Arztpraxen andere Bedingungen, da sie als Geschäftspartnerschaften mit dem Staat vertraglich verbunden sind.

Auch die National Pharmacy Association hat sich dafür eingesetzt, dass Apotheken ähnliche Unterstützung erhalten wie andere NHS-Einrichtungen, die von diesen Steuererhöhungen betroffen sind. Die Liberaldemokraten haben sich den Forderungen angeschlossen, sowohl Allgemeinmediziner als auch Pflegedienstleister vor diesen Erhöhungen zu schützen. Mike Padgham von der Independent Care Group forderte angesichts dieser Herausforderungen, vor denen die Anbieter in seiner Region stehen, dringend ein Eingreifen der Regierung.

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