Vinicius Junior hatte eine beeindruckende Saison mit Real Madrid und erzielte in 39 Spielen in allen Wettbewerben 24 Tore. Sein Ausschluss vom Ballon d’Or löste jedoch Kritik von Journalisten und Politikern in Brasilien aus, insbesondere nachdem stattdessen Rodri von Manchester City den Titel verliehen bekam. Der 24-jährige Vinicius spielte eine entscheidende Rolle beim Erfolg von Real Madrid, als sie letzte Saison sowohl die Champions League als auch die La Liga gewannen.
Zu Rodris Auszeichnungen gehört nicht nur der jüngste Sieg bei der Europameisterschaft 2024 mit Spanien, sondern auch große Vereinserfolge wie die Premier League, der UEFA-Superpokal und die Klub-Weltmeisterschaft. Er erhielt die prestigeträchtige Auszeichnung in Paris, während Vinicius und Vertreter von Real Madrid auffällig abwesend waren. Diese Abwesenheit löste Diskussionen unter brasilianischen Kommentatoren aus, die die Entscheidung als unfair und sogar rachsüchtig bezeichneten und sie als eine der umstrittensten Entscheidungen in der Geschichte der Auszeichnung bezeichneten.
Kritiker haben angedeutet, dass Vinicius‘ offene Haltung gegen Rassismus den Wahlprozess beeinflusst haben könnte. Guga Chacra, ein bekannter Kommentator bei Globo News, betonte, dass Vinicius im spanischen Fußball anhaltendem Rassismus ausgesetzt sei und fragte, ob dieses Vorurteil Rodris Auswahl beeinflusst habe. Ebenso bezeichnete Gustavo Faldon von Estadao die Behandlung von Vinicius als erhebliche Ungerechtigkeit im Zusammenhang mit seiner Nationalität und seiner Position auf dem Spielfeld.
Milly Lacombe von UOL bemerkte, dass beim Ballon d’Or die Chance verpasst wurde, einen Spieler zu ehren, der für seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und sein soziales Engagement anerkannt wurde. Das Abstimmungssystem für diese Auszeichnungen sieht vor, dass Journalisten ihre zehn besten Spieler aus einer Liste von dreißig Nominierten bewerten, was Bedenken über mögliche Voreingenommenheit im europäischen Fußball geweckt hat.
Galvao Bueno, ein weiterer führender Sportkommentator in Brasilien, kritisierte, dass diese Abstimmungsmethode von Natur aus gegen Spieler außerhalb Europas voreingenommen sei. Er betonte, dass Vinicius‘ Aktivismus wahrscheinlich zu seiner Niederlage in einem knappen Rennen beigetragen habe, bei dem marginale Unterschiede den Ausgang bestimmt hätten. Vincent Garcia von France Football räumte ein, dass Vinicius möglicherweise Punkte verloren habe, weil andere Spieler von Real Madrid bevorzugt wurden.
Trotz dieser Kontroversen rund um Rodris Sieg behaupten viele Kommentatoren, dass Vinicius das ganze Jahr über auf einem besseren Niveau als er gespielt habe. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse drückte Vinicius seine Widerstandskraft in einer Nachricht in den sozialen Medien aus, die breite Unterstützung von Fans und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens erhielt, darunter auch Brasiliens Minister für Rassengleichheit. Diese Reaktion unterstreicht seine Entschlossenheit, sich trotz aller Widrigkeiten weiterhin für Veränderungen einzusetzen.