Ein 18-Jähriger wurde im Zusammenhang mit der Ermordung dreier junger Mädchen in Southport angeklagt. Axel Rudakubana wird wegen der Herstellung des Giftstoffs Rizin und des Besitzes einer militärischen Studie eines al-Qaida-Trainingshandbuchs angeklagt. Ihm wird insbesondere die Herstellung eines biologischen Giftes unter Verletzung des Biological Weapons Act 1974 sowie der Besitz eines Dokuments zur Last gelegt, das möglicherweise für die Begehung oder Vorbereitung eines Terroranschlags nützlich ist, was einen Verstoß gegen den Terrorism Act 2000 darstellt. Rudakubana soll am Mittwoch vor dem Amtsgericht Westminster erscheinen.
Polizeipräsidentin Serena Kennedy von der Merseyside Police erklärte, dass die Ermittlungen zu den Messerstechereien, die während eines Taylor Swift-Tanzkurses am 29. Juli stattfanden, weiterhin unter ihrer Leitung stünden. Obwohl die Anti-Terror-Polizei involviert ist, hat sie diesen Vorfall nicht als Terrorismus eingestuft, was Beweise für ein Motiv erfordern würde.
Das Rizin und das al-Qaida-Trainingshandbuch wurden nach den Messerangriffen bei Durchsuchungen in Rudakubanas Wohnsitz in Banks, Lancashire, entdeckt. Rizin ist ein extrem gefährliches Gift, das aus Rizinuspflanzen gewonnen wird. Die Behörden haben bestätigt, dass am Tatort in Southport keine Spuren von Rizin gefunden wurden, was darauf hindeutet, dass das Risiko durch das identifizierte Gift gering war. Dr. Renu Bindra, ein leitender medizinischer Berater der britischen Gesundheitsbehörde, stellte fest, dass es keine Berichte über Rizinvergiftungen unter den mit diesem Fall in Verbindung stehenden Personen gebe.
Neben den Anklagen im Zusammenhang mit dem Gift und dem Handbuch wurde Rudakubana des Mordes an Bebe King (sechs), Elsie Dot Stancombe (sieben) und Alice da Silva Aguiar (neun) angeklagt. Darüber hinaus wird er des zehnfachen versuchten Mordes und des Messerbesitzes angeklagt. Der Prozess soll im Januar beginnen.
Der Premierminister hat durch einen Sprecher den Familien der Opfer sein Beileid ausgesprochen und die Entschlossenheit der Regierung betont, den Opfern dieses tragischen Ereignisses Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Innenministerin Yvette Cooper warnte vor weiteren Spekulationen über die Messerstechereien und betonte, dass Gerechtigkeit für Bebe, Alice und Elsie oberste Priorität habe. Sie unterstrich die Notwendigkeit der Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden und Staatsanwälte, die bei ihren Ermittlungen im Vorfeld des Prozesses alle Möglichkeiten sorgfältig ausschöpfen.