Die Regierung hat einen Teil ihrer Strategie vorgestellt, die Zahl der Krankenhaustermine und -behandlungen im NHS in England jede Woche um weitere 40.000 zu erhöhen. Diese Initiative umfasst eine beträchtliche Investition von 1,5 Milliarden Pfund zur Verbesserung der NHS-Infrastruktur, die unter anderem die Finanzierung von chirurgischen Zentren, neuen bildgebenden Geräten und Strahlentherapiegeräten umfasst.
Während Gesundheitsexperten ihre Unterstützung für diese neue finanzielle Verpflichtung zum Ausdruck brachten, betonten sie auch zahlreiche Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Politik, insbesondere da die umfassende 10-Jahres-Strategie der Regierung für den NHS erst im nächsten Frühjahr vorgestellt wird. Genauere Einzelheiten zur Finanzierung werden bei der Haushaltsankündigung am Mittwoch bekannt gegeben.
Gesundheitsminister Wes Streeting hat sich seit seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer offen zum aktuellen Zustand des NHS geäußert und ihn als „kaputt“ bezeichnet. Jüngste Statistiken zeigen, dass die Wartelisten für NHS-Dienste in England auf 7,64 Millionen angestiegen sind, ein deutlicher Anstieg gegenüber knapp über vier Millionen vor der Pandemie. Allein im August warteten über 280.000 Menschen seit über einem Jahr auf eine Operation, einen Scan oder einen Termin.
Ein kritischer Bericht, der letzten Monat veröffentlicht wurde, zeichnete ein düsteres Bild des britischen Gesundheitssystems NHS. Es befinde sich in einem „kritischen Zustand“ und könne wichtige Ziele in den Bereichen Krebsbehandlung und Notfallversorgung nicht erreichen. Nach der Wahl stellte die Regierung 1,8 Milliarden Pfund bereit, um Wartelisten für geplante Behandlungen und Termine abzubauen – eine Entscheidung, die vom Finanzministerium finanziert wurde.
Der Schatzkanzler hat zugesagt, weitere Mittel bereitzustellen, um das Versprechen zu erfüllen, 40.000 zusätzliche wöchentliche Termine und Verfahren anzubieten, wie es im Wahlprogramm der Labour Party vorgesehen ist. Im kommenden Finanzjahr werden zusätzliche Investitionen in Höhe von 1,57 Milliarden Pfund zur Verbesserung von Einrichtungen und Ausrüstung erwartet.
Das Finanzministerium hat seine Gesamtausgaben für das NHS in England für dieses und nächstes Jahr noch nicht veröffentlicht; diese werden in der Haushaltsankündigung enthalten sein. Diese Informationen sind entscheidend, um zu beurteilen, ob die Finanzierungstrends mit den Vorjahren übereinstimmen, in denen es in der Regel jährliche Steigerungen von durchschnittlich etwa 3 % gab.
Auch die Finanzierungsankündigungen aus Westminster wirken sich positiv auf Schottland, Wales und Nordirland aus. Finanzministerin Rachel Reeves betonte, dass die Revitalisierung des NHS für die Zukunft Großbritanniens von entscheidender Bedeutung sei, und versprach, der über ein Jahrzehnt andauernden Vernachlässigung und Unterfinanzierung ein Ende zu setzen.
Gesundheitsminister Wes Streeting bemerkte, dass unser NHS zwar „kaputt“ sei, aber immer noch widerstandsfähig, und betonte, dass dieser Haushalt einen entscheidenden Moment für die Erholung darstelle. Er wies darauf hin, dass landesweit spezialisierte Chirurgenteams eingesetzt würden, um die Patientenversorgung zu verbessern und die Ressourcenverteilung zu optimieren.
Siva Anandaciva vom King’s Fund betonte, dass diese Mittel zwar willkommen seien, aber als Ausgangspunkt und nicht als endgültige Lösung dienen müssten, wenn die Regierung ihre Ziele für ein robustes zukünftiges NHS erreichen wolle. Er wies darauf hin, dass der bestehende Wartungsrückstand alarmierende 13,8 Milliarden Pfund ausmache. Darüber hinaus sei ausreichend Personal erforderlich, um die gestiegene Arbeitsbelastung angesichts hoher Vakanzquoten und Burnout der Mitarbeiter zu bewältigen.
Die Regierung plant, ihre Strategie zur Revitalisierung des NHS und zur Stärkung Großbritanniens bei der Bekanntgabe des Haushalts am Mittwoch darzulegen.