Fähren-Fiasko Tasmaniens Infrastruktur-Fehler aufgedeckt

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  • 29 October 2024
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Eine neu gebaute Fähre, die Spirit of Tasmania IV, soll aufgrund erheblicher Mängel an ihrer Betriebsinfrastruktur in Edinburgh eingelagert werden. Die 212 Meter lange Fähre kann nicht an den derzeitigen Liegeplätzen im australischen Devonport anlegen. Sie wurde in einer Werft in Finnland gebaut und muss noch vor dem Winter verlegt werden, um möglichen Schäden durch Packeis vorzubeugen.

Die notwendigen Einrichtungen zur Aufnahme dieses Schiffes in Tasmanien werden voraussichtlich erst Ende 2026 oder 2027 fertiggestellt. Diese Fähre wurde zusammen mit ihrem noch im Bau befindlichen Schwesterschiff Spirit of Tasmania V ursprünglich als transformativer Gewinn für den Tourismussektor Tasmaniens gefeiert. Eine Reihe von Bauverzögerungen, Budgetüberschreitungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Modernisierung der bestehenden Infrastruktur haben diese Situation jedoch zu einer großen politischen Kontroverse für den Staat gemacht.

Die lokalen australischen Medien haben die Situation als „Fiasko“ und „Debakel“ bezeichnet. Oppositionsführer Dean Winter sprach von dem größten Infrastrukturdebakel in der Geschichte der Region. Sowohl der Fährbetreiber TT-Line als auch TasPorts, das den Hafenbetrieb verwaltet, sind in Staatsbesitz. Diese Krise hat zum Rücktritt von Schlüsselfiguren wie Infrastrukturminister Michael Ferguson und dem Vorsitzenden von TT-Line, Mike Grainger, geführt.

Aktuellen Informationen zufolge wird der Liegeplatz in Devonport, dessen Fertigstellung ursprünglich für August 2024 geplant war, nun erst im Oktober 2026 fertig sein. Bernard Dwyer, CEO von TT-Line, betonte die Dringlichkeit der Verlegung der Spirit of Tasmania IV aufgrund der erwarteten Packeisbedingungen in Rauma bis Ende November. Er erklärte, dass die Verlegung des Schiffes nach Leith sicherere Bedingungen bieten würde als die erwarteten in Finnland.

Dwyer erwähnte, dass man überlege, die Fähre zu leasen. Allerdings seien dafür noch weitere Arbeiten nötig, da der ursprüngliche Vertrag vorsah, dass bestimmte Ausstattungen in Australien fertiggestellt werden müssten. Die Größe dieser Schiffe schränkt auch ihre Einsatzfähigkeit in Schottland ein, obwohl CalMac neue Fähren benötigt.

Diese Situation erinnert an Schottlands jüngstes „Fähren-Fiasko“, als CMAL Schiffe bestellte, die zu groß für die bestehende Infrastruktur waren. Die LNG-Dual-Fuel-Schiffe Glen Sannox und Glen Rosa werden derzeit gebaut, stehen aber vor ähnlichen Herausforderungen aufgrund von Verzögerungen bei den notwendigen Hafenumbauarbeiten. Aufgrund dieser anhaltenden Probleme werden sie zunächst von Troon statt von Ardrossan aus operieren, was zu längeren Reisezeiten und weniger täglichen Abfahrten ohne ausreichende Betankungsanlagen für LNG führt.

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