Interventionen der Verteidigung im Fall gegen Daniela Santanchè
Heute begann die Arbeit an der Verteidigung in der Vorverhandlung, an der die Tourismusministerin Daniela Santanchè zusammen mit 16 Mitangeklagten, darunter Mitgliedern ihrer Familie und drei Unternehmen, beteiligt war. Die Anhörung findet vor der Richterin für vorläufige Ermittlungen (gup) von Mailand, Anna Magelli, statt und ist Teil eines Verfahrens wegen falscher Buchführung im Zusammenhang mit dem Visibilia-Fall. Diese Gruppe wurde von der Senatorin der Fratelli d’Italia gegründet, die 2022 ihre Ämter und Anteile aufgab.
Die Anwälte Federico Cecconi und Antonella Augimeri vertreten einige der Parteien, für die die Staatsanwälte Marina Gravina und Luigi Luzi bereits ein Verfahren beantragt haben.
Die Verteidigung von Santanchè wird in einer für den 25. November geplanten Anhörung intervenieren, während auch andere Anwälte morgen ihre Argumente vortragen werden. Die endgültige Entscheidung des Vorverhandlungsrichters wird für den 26. November erwartet.
Die Untersuchungen und die wirtschaftlichen Implikationen
Die Ermittlungen der Wirtschafts- und Finanzpolizei der Guardia di Finanza von Mailand konzentrieren sich auf drei Unternehmen, die angeblich für einen Zeitraum von sieben Jahren, von 2016 bis 2022, geänderte Finanzberichte vorgelegt haben. Das offensichtliche Ziel bestand darin, die Verluste der Millionäre zu verbergen und die Visibilia-Gruppe am Leben zu erhalten, um so Investoren zu täuschen und weiterhin Gewinne von noch aktiven Unternehmen zu erwirtschaften.
Dieses Verfahren geht auf eine Beschwerde zurück, die von Minderheitsaktionären eingereicht wurde, darunter der Unternehmer Giuseppe Zeno, unterstützt vom Anwalt Antonio Piantadosi. Die Untersuchung hat bereits zu wichtigen Entwicklungen geführt, beispielsweise zur Unterstellung von Visibilia Editore spa unter Zivilverwaltung.
Zukunftsperspektiven
Im Rahmen des laufenden Strafverfahrens haben drei Partner die Stellung von Zivilparteien übernommen. Von den insgesamt zwanzig Angeklagten betrifft der Anklageantrag 17 Positionen, da Federico Celoria, ehemaliges Vorstandsmitglied, sich für einen Vergleich entschieden hat. Zwei der beteiligten Unternehmen, Visibilia Editore und Editrice, haben sich bereits auf ein Bußgeld geeinigt.
Die Situation bleibt ungewiss, da die entscheidenden Anhörungen näher rücken. Die Geschichte wirft nicht nur Fragen zur individuellen Verantwortung der Beteiligten auf, sondern wirft auch umfassendere Fragen zur Unternehmensführung und Transparenz in der Branche auf. Da sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf diesen Fall richtet, könnte sein Ausgang erhebliche Auswirkungen auf die politische und wirtschaftliche Landschaft Italiens haben.