Wachstumsprognosen für Italien überarbeitet
Die Europäische Kommission hat ihre Schätzungen zum Wirtschaftswachstum für Italien aktualisiert und damit die Erwartungen im Vergleich zur Mai-Prognose gesenkt. Neuen Daten zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Italiens im Jahr 2024 voraussichtlich um 0,7 % steigen, verglichen mit 0,9 % zuvor prognostiziert. Für 2025 und 2026 wird ein Wachstum von 1 % bzw. 1,2 % geschätzt.
Im weiteren Kontext wird das Wirtschaftswachstum in der Eurozone für dieses Jahr mit einem Anstieg von 0,8 % bestätigt, während für 2025 ein leichter Rückgang auf 1,3 % erwartet wird. Auch die Schätzungen für die gesamte Europäische Union wurden nach unten korrigiert: Im Jahr 2024 wird ein Anstieg von 0,9 % und im Jahr 2025 von 1,5 % erwartet.
Schätzungen der Staatsverschuldung
Die Europäische Kommission hat einen Anstieg der italienischen Staatsverschuldung festgestellt. Es wird erwartet, dass es im Jahr 2024 136,6% des BIP erreicht, im Jahr 2025 auf 138,2% und im Jahr 2026 auf 139,3% ansteigt. Diese Schätzungen verbessern die Frühjahrserwartungen, als mit einer höheren Staatsverschuldung gerechnet wurde.
Parallel dazu wird das italienische Defizit deutlich von 7,2 % im letzten Jahr auf 3,8 % im Jahr 2024 und weiter auf 2,9 % im Jahr 2026 sinken. Die Revisionen deuten auf eine Verbesserung im Vergleich zu früheren Schätzungen hin .
Die Europäische Kommission hat betont, dass das reale BIP-Wachstum in Italien durch Investitionen und einen Rückgang der Importe unterstützt wird. Dank der Beschleunigung der Ausgaben im Zusammenhang mit dem National Recovery and Resilience Plan (Pnrr) wird eine Erholung des Konsums erwartet.
Geopolitische Risiken und interne Herausforderungen
Die Analyse der Kommission verdeutlicht die wachsenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit der geopolitischen Sicherheit und der globalen Handelsdynamik. Insbesondere das Fortbestehen internationaler Konflikte könnte sich negativ auf die europäische Wirtschaft auswirken.
Im Inland stellen politische Instabilität und strukturelle Schwierigkeiten im verarbeitenden Gewerbe weitere Herausforderungen dar. Verzögerungen bei der Umsetzung von Sanierungsprojekten könnten die wirtschaftliche Erholung behindern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Italien angesichts einer Phase moderaten Wachstums mit Anzeichen einer Verbesserung des Schulden- und Staatsdefizitmanagements nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist, geopolitische Entwicklungen und interne Herausforderungen zu überwachen, die die wirtschaftliche Zukunft des Landes beeinflussen könnten.