COP29 eröffnet in Baku: Herausforderungen und Chancen für das Klima
COP29, die jährliche Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema Klimawandel, hat offiziell in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, begonnen. In diesem Jahr konzentrieren sich die Delegierten auf die Erneuerung des 100-Milliarden-Dollar-Fonds im Rahmen des Pariser Abkommens, der für gefährdete Länder bestimmt ist und im Jahr 2025 ausläuft. Die zu treffenden Entscheidungen betreffen nicht nur die Höhe der Beiträge der Geberländer, sondern auch die Auszahlungsmethoden und Kontrollen der Mittelverwendung.
Ein unsicheres Klima: die Auswirkungen des US-Abzugs
Als die Konferenz eröffnet wurde, trafen besorgniserregende Nachrichten aus den Vereinigten Staaten ein. Laut einem Bericht des Wall Street Journal plant der gewählte Präsident Donald Trump noch am selben Tag, an dem er sein Amt im Weißen Haus antritt, den Austritt der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Abkommen. Dieser bereits im Wahlkampf erwartete Schritt könnte die globale Klimapolitik gefährden.
Allerdings sehen einige Experten wie der Ökonom Jeffrey Sachs von der Columbia University ein Licht im Tunnel. Sachs weist darauf hin, dass wirtschaftliche Interessen im Zusammenhang mit der grünen Wirtschaft und der Wettbewerb mit China Trump zu einer weniger drastischen Position im Bereich der erneuerbaren Energien bewegen könnten.
Unterdessen gab die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) bekannt, dass 2024 das wärmste Jahr aller Zeiten werden und die Erwärmungsgrenze von 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau überschreiten könnte. WMO-Sekretärin Celeste Saulo sagte, Rekordüberschwemmungen und Dürren seien nun Teil unserer „neuen Realität“.
Auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft: Chancen für einen Richtungswechsel
Antonio Guterres, UN-Generalsekretär, hat gewarnt, dass diejenigen, die versuchen, den Übergang von fossilen Brennstoffen zu verlangsamen, „verlieren“ werden, und unterstreicht damit die wirtschaftliche Bedeutung der Nachhaltigkeit. Simon Stiell, Vorsitzender der UNFCCC, die die COP29 organisiert, bekräftigte, dass Klimafinanzierung nicht nur ein Akt der Wohltätigkeit, sondern ein kollektives Interesse sei.
Ein Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) betonte, dass die aktuellen globalen Ziele bis 2030 nur die Hälfte des notwendigen Wachstums bei erneuerbaren Energien generieren können. Um das Ziel zu erreichen, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sind außerordentliche Investitionen erforderlich Zwischen 2024 und 2030 werden 31.500 Milliarden Dollar nötig sein.
Trotz der Abwesenheit vieler Weltführer wie Joe Biden und Xi Jinping waren an der Konferenz auch Jugendgruppen und Nichtregierungsorganisationen aktiv beteiligt. Ihre Anwesenheit unterstreicht das wachsende Bewusstsein und den gesellschaftlichen Druck, die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen.
Während die Staats- und Regierungschefs in Baku über Pläne und Strategien diskutieren, bleibt abzuwarten, wie sich die künftige US-Politik auf die globalen Klimaschutzmaßnahmen auswirken wird. Der Bedarf an sinnvollen Veränderungen ist heute dringender denn je.