Waffenstillstand im Libanon: Überlegungen fünf Tage nach den amerikanischen Wahlen
Nur fünf Tage nach der Wahl des neuen US-Präsidenten bewegt sich die internationale Diplomatie rasch auf einen möglichen Waffenstillstand im Libanon zu. Israel erwägt einen möglicherweise vorübergehenden Waffenstillstand mit der Hisbollah, der vom Iran unterstützten schiitischen Organisation. Diese Entwicklung hat große Aufmerksamkeit erregt, insbesondere angesichts der jüngsten Gespräche zwischen israelischen und amerikanischen Beamten.
Diplomatische Aktivitäten und strategische Treffen
Der israelische Minister Ron Dermer reiste in die Vereinigten Staaten, um sich mit dem gewählten Präsidenten Donald Trump und seinen Beratern zu treffen. Dieses Treffen stellt den ersten offiziellen Kontakt zwischen Jerusalem und der neuen amerikanischen Regierung dar. Obwohl Gideo Sa’ar der neue Außenminister ist, fungiert Dermer als wichtigster diplomatischer Gesprächspartner.
Kommentatoren betonen, dass in Washington entscheidende Themen wie die Kriege in Gaza und im Libanon, die Spannungen mit dem Iran und die Möglichkeit einer Ausweitung des Abraham-Abkommens zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Ländern auf dem Tisch liegen.
Unterdessen sagte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, er habe die iranische Bedrohung bereits mit Trump besprochen. Am Abend fand eine Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts statt, um eine Bilanz der Lage im Libanon und der Bemühungen um einen Waffenstillstand zu ziehen. Darüber hinaus besuchte Dermer kürzlich Moskau, um Möglichkeiten zur Beendigung der Kämpfe weiter auszuloten.
Lösungsperspektiven
Die Gespräche zwischen den Parteien scheinen schon seit einiger Zeit im Gange zu sein; Am 24. Oktober besuchte eine russische Delegation Israel, um die Lage zu besprechen. Amerikanische Beamte bestätigten Fortschritte bei den Verhandlungen unter der Führung des Gesandten Amos Hochstein. Es besteht die Erwartung, dass vor Bidens offizieller Amtseinführung im Weißen Haus eine Einigung erzielt werden könnte.
Allerdings sind nicht alle in Israel für einen sofortigen Waffenstillstand. Benny Gantz, der Oppositionsführer, äußerte Bedenken hinsichtlich des internationalen Drucks und plädierte dafür, dass die Armee ihre Operationen gegen die Hisbollah verstärken sollte.
Der libanesische Außenminister Abdallah Bou Habib bekräftigte seinerseits die Verpflichtung des Landes, die Resolution 1701 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zu respektieren, während israelische Angriffe weiterhin mehrere Gebiete im Libanon treffen.
Das Futura-Szenario
Angesichts der bevorstehenden US-Wahlen und der so volatilen Lage im Nahen Osten könnten künftige Entwicklungen erhebliche Auswirkungen auf die regionale Dynamik haben. Die Entschlossenheit der verschiedenen Konfliktparteien wird entscheidend dafür sein, ob ein Waffenstillstand tatsächlich zustande kommen kann oder ob wir auf eine weitere Eskalation der Spannungen zusteuern.