Entschädigung für ungerechtfertigte Inhaftierung: Ein Fall der Gerechtigkeit in Italien
Ein junger 24-jähriger Ägypter erhielt kürzlich eine Entschädigung von über 157.000 Euro für ungerechtfertigte Inhaftierung. Diese bedeutende Anerkennung erfolgt nach fast zwei Jahren, die er wegen Entführung und anderer Verbrechen im Gefängnis verbracht hat. Der junge Mann wurde im Mai 2021 verhaftet und im März 2022 vollständig freigesprochen. Die Entscheidung wurde von der fünften Strafsektion des Mailänder Berufungsgerichts getroffen, bestehend aus den Richtern Tallarida, Criscione und Ravera.
Falldetails
Die Entschädigung wurde auf Antrag der Anwälte Marco Romagnoli und Debora Piazza gewährt. Das nun rechtskräftige Urteil markiert nicht nur einen wichtigen Schritt für den jungen Ägypter, sondern ebnet auch den Weg für ähnliche Anfragen von vier anderen Landsleuten, die eine ähnliche Situation erlebt haben. Letztere warten außerdem auf eine Entschädigung für ungerechtfertigte Inhaftierungen im Zusammenhang mit Fällen aus derselben Zeit.
Im März 2023 wurde eine Gruppe von sieben Ägyptern von schwerwiegenden Vorwürfen wie Entführung und Körperverletzung freigesprochen. Die verhängten Strafen enthielten Formulierungen wie „der Sachverhalt liegt nicht vor“, die nach anfänglichen Haftstrafen von bis zu sieben Jahren zur sofortigen Freilassung der Beteiligten führten.
Die Gründe für das Urteil
Dem jungen Mann, für den die Entschädigung zugesprochen wurde, waren zunächst eine Reihe von Straftaten vorgeworfen worden, darunter Raub, Entführung und versuchte Erpressung. In erster Instanz wurde er zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Berufungsrichter stellten jedoch klar, dass sein Recht auf Wiedergutmachung nicht gefährdet werden dürfe, weil er sich entschieden habe, während des Verhörs nach der Festnahme nicht zu antworten.
„Nicht einmal die Ausübung des Rechts auf Nichtbeantwortung kann zur Befangenheit erhoben werden“, betonten die Richter in ihrer Begründung.
Eine Zukunftsperspektive
Diese Geschichte wirft umfassendere Fragen zur Strafjustiz und zur Behandlung von Gefangenen in Italien auf. Während der Fall des jungen Ägypters mit einem positiven Ergebnis endet, bleibt abzuwarten, wie die Institutionen mit ähnlichen Anfragen der anderen beteiligten Gefangenen umgehen werden. Das Problem der ungerechtfertigten Inhaftierung verdeutlicht die Notwendigkeit eines Rechtssystems, das die Achtung der Grundrechte und die korrekte Anwendung der Justiz gewährleisten kann.