Streik im öffentlichen Nahverkehr: Was passiert wirklich in Italien?

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  • 08 November 2024
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Nationaler Streik im öffentlichen Nahverkehr: Eine beispiellose Mobilisierung

Der öffentliche Verkehr in Italien wurde eingestellt, mit erheblichen Auswirkungen von Städten im Norden bis hin zu denen im Süden. Am Tag des gemeinsamen Streiks waren Transportmittel wie Busse, Nahverkehrszüge und U-Bahnen praktisch nicht zugänglich. Die Straßen von Neapel waren durch den Verkehr blockiert, während sich in Rom am Bahnhof Termini lange Schlangen bildeten. Auch in Mailand, Turin, Florenz und Bologna waren die öffentlichen Dienste völlig lahmgelegt.

Haftung und Reaktionen der Arbeitnehmer

Nach Angaben der Gewerkschaften war die Beteiligung der Arbeitnehmer nahezu vollständig, mit Spitzenwerten von 100 % und einem Durchschnitt von 90 %. Dieser Streik stellt die erste Mobilisierung ohne Garantiebänder seit fast zwei Jahrzehnten dar; die letzte stammt aus dem Jahr 2005. Der Verkehrsminister Matteo Salvini äußerte seinen Widerstand gegen diese Art von Aktion, indem er erklärte, dass „wilde Angriffe“ dem Land schadeten und versprach, dass er nicht länger zulassen werde, dass „unverantwortliche Minderheiten“ die Operation behindern von Italien.

Als Reaktion auf Salvinis Äußerungen forderte der Generalsekretär von Uil, Pierpaolo Bombardieri, Respekt für die streikenden Arbeiter und stellte Fragen zur Verlängerung des vor einem Jahr ausgelaufenen nationalen Vertrages für den öffentlichen Nahverkehr.

Nächste Schritte und die Zukunft der Branche

Die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Regierung werden am Dienstag, den 12., wieder aufgenommen. Der stellvertretende Minister Edoardo Rixi kündigte an, dass er auch Vertreter von Arbeitgeberverbänden und wichtigen Ministerien zusammenrufen werde, um dringende Fragen zu erörtern. Zu den Forderungen der Gewerkschaften gehören die sofortige Umsetzung des bereits unterzeichneten Anti-Angriffs-Protokolls und eine deutliche Erhöhung der für den Sektor bereitgestellten Ressourcen. Für den nationalen Verkehrsfonds sah das Haushaltsgesetz lediglich 120 Millionen vor, ein Betrag, der deutlich unter dem geschätzten Bedarf von 1,7 Milliarden liegt.

Die Sekretärin der Demokratischen Partei, Elly Schlein, betonte, wie wichtig es sei, den Arbeitnehmern die notwendigen Bedingungen zu garantieren, damit sie ihre Arbeit im öffentlichen Dienst effektiv ausüben können. Die Mobilisierung wird so lange fortgesetzt, bis konkrete Antworten vorliegen. Die Gewerkschaften bestehen darauf, dass sich der Protest nicht gegen Nutzer richtet, sondern darauf abzielt, einen öffentlichen Dienst zu verbessern, der sich bereits in der Krise befindet. Angesichts eines derart komplexen Szenarios und der laufenden Verhandlungen bleibt die Zukunft des italienischen öffentlichen Verkehrs ungewiss. Das wachsende Bewusstsein für die Problematik könnte jedoch in den kommenden Monaten zu erheblichen Veränderungen in der Branche führen.

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