Die Wahrheit über das „Pompeji der Dinosaurier“
Die im Nordosten Chinas gelegene Yxian-Felsformation hat die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern auf sich gezogen, weil dort Fossilien von Dinosauriern und anderen Tieren außergewöhnlich gut erhalten sind. Dieser Ort mit dem Spitznamen „Dinosaurier Pompeji“ hat dank einer aktuellen Studie der südafrikanischen Witwatersrand-Universität und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften unerwartete Geheimnisse enthüllt. Die Entdeckungen haben die Vorstellung in Frage gestellt, dass Vulkanausbrüche für die Erhaltung dieser antiken Überreste verantwortlich waren.
Die neue Forschung
Forscher haben fortschrittliche Techniken eingesetzt, um Fossilien präziser zu datieren. Durch die Analyse der in den Fossilien und umgebenden Gesteinen vorhandenen Zirkonkörner konnten sie die Beziehungen zwischen Uran und Blei untersuchen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fossilien aus einem Zeitraum von weniger als 93.000 Jahren, also vor etwa 126 Millionen Jahren, stammen, in dem sich wie bisher angenommen keine katastrophalen Ereignisse ereigneten.
Laut Scott MacLennan stellte das Team fest, dass die Organismen nicht die typischen Merkmale von Opfern von Vulkanausbrüchen aufweisen, wie etwa die berühmte „Boxerhaltung“, die in Pompeji beobachtet wurde. Viele Fossilien zeigen jedoch Tiere mit Beinen und Schwänzen um den Körper, was auf einen friedlicheren Tod schließen lässt.
Die Untersuchung ergab auch, dass die Erhaltung der Überreste eher auf häufigere Ereignisse wie Erdrutsche und Höhleneinstürze als auf außergewöhnliche Naturkatastrophen zurückzuführen war. Die heftigen Regenfälle dieser Zeit hätten dazu beigetragen, die Überreste schnell unter Sedimentschichten zu begraben, ihnen Sauerstoff zu entziehen und sie bis heute zu bewahren.
Ein neues Paradigma in der Paläontologie
Entdeckungen in der Yxian-Formation verändern das Gebiet der Paläontologie. Paul Olsen, Co-Autor der Studie, betont, wie wichtig es ist, die Ursachen der Fossilerhaltung zu überdenken. „Wir führen außergewöhnliche Ereignisse oft auf gewöhnliche Phänomene zurück“, sagt Olsen und weist auf eine Voreingenommenheit im menschlichen Denken hin.
Die Yxian-Funde stellen ein wichtiges Fenster in die Vergangenheit dar und zeigen einen Moment im täglichen Leben prähistorischer Tiere unter normalen Bedingungen. Dieser innovative Ansatz könnte neue Einblicke in die Erdgeschichte und die ökologische Dynamik des Dinosaurierzeitalters liefern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Forschung weiterhin die Geheimnisse der Yxian-Formation entschlüsselt. Die Zukunft der Paläontologie könnte von der Fähigkeit der Wissenschaftler abhängen, diese Hinweise richtig zu interpretieren und etablierte Theorien über prähistorisches Leben zu revidieren.