Italienische Auswanderung: Ein wachsendes Phänomen
Italien verzeichnete in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang seiner Wohnbevölkerung, seit 2020 652.000 Bürger weniger. Gleichzeitig wächst die Gemeinschaft der Italiener im Ausland stetig, mit einem Anstieg von ** 11,8 %** im gleichen Zeitraum. Heute leben über 6 Millionen Italiener außerhalb der Landesgrenzen, was zeigt, dass das einzige Italien, das expandiert, dasjenige ist, das sich entschieden hat, im Ausland zu leben. Diese Daten stammen aus dem 19. Bericht „Italiener in der Welt“, der von der Migrantes Foundation erstellt wurde.
Regionale Auswirkungen und Dynamik
Der Bericht hebt hervor, dass die Auswanderung unterschiedliche Auswirkungen auf die Gebiete hat, die bereits von Entvölkerung und Wirtschaftskrisen betroffen sind. Diese Probleme müssen unbedingt mit Maßnahmen angegangen werden, die die Reattraktivität der betroffenen Gebiete fördern.
Sizilien ist im Jahr 2024 mit 826.000 Menschen die Region mit der höchsten Zahl an im italienischen Register registrierten Personen mit Wohnsitz im Ausland, gefolgt von der Lombardei (641.000) und Venetien (*563.000 *).
Die Zusammensetzung der italienischen Gemeinschaft im Ausland verändert sich: 45,8 % der AIRE-Mitglieder stammen aus dem Süden, aber es gibt auch eine Zunahme der Abwanderungen aus dem Zentrum-Nord.
Wir erleben eine zunehmende Komplexität der territorialen Zugehörigkeit von Auswanderern, die durch Migrationsprozesse entsteht, die verschiedene italienische Regionen und unterschiedliche Motivationen umfassen: von Bildung über Arbeit bis hin zur Familienzusammenführung.
Staatsbürgerschaft und die Zukunft der Mobilität
Die Debatte über die Staatsbürgerschaft in Italien bleibt ungelöst. Dem Bericht zufolge sind Maßnahmen erforderlich, um eine aktive und integrative Staatsbürgerschaft sowohl für im Ausland lebende Italiener als auch für diejenigen, die seit Jahren im Land leben, zu gewährleisten.
Ein weiterer besorgniserregender Trend betrifft das Alter der Migranten: Im Jahr 2024 steigt der Anteil der Zuzüger aus dem Ausland bei den über 40-Jährigen weiter an. Stattdessen ist bei den Jüngsten (20-30 Jahre alt) ein deutlicher Rückgang der Mobilität zu verzeichnen.
Diese Änderung könnte auf die Kürzung der Steuererleichterungen zurückzuführen sein, die es für junge Menschen weniger vorteilhaft machen, nach Italien zu ziehen.
Das Land steht daher vor entscheidenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der Geburtenrate und dem demografischen Winter, weshalb eine gründliche Überlegung über die künftige Migrationspolitik dringend erforderlich ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Phänomen der italienischen Auswanderung nicht nur die aktuelle sozioökonomische Dynamik des Landes widerspiegelt, sondern auch entscheidende Fragen über die Fähigkeit Italiens aufwirft, seine Bürger in einem zunehmend globalisierten Kontext anzuziehen und zu halten.