Tödliche Schläge für defekte Zellen
Zwei tödliche Schläge können nach fehlerhafter Teilung zum Zelltod führen und so das Risiko von Tumoren verhindern. Diese Entdeckung ist das Ergebnis einer Forschung der Universität Trient und des Forschungszentrums für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, veröffentlicht in der Zeitschrift Science Advances.
Die Rolle der Zentrosomen
Die Forschungsgruppe um Andreas Villunger vom CeMM in Wien und Luca Fava von der Universität Trient stellte fest, dass eine übermäßige Anzahl von Zentrosomen (Proteinstrukturen, die Chromosomen trennen) auf eine fehlerhafte Zellteilung hinweist (Mitose). Dies wird als Alarmsignal interpretiert, das einen Proteinkomplex namens PIDDosome aktiviert.
„Diese Alarmglocke aktiviert das Enzym Caspase-2 und löst damit zwei Mechanismen aus, die zum Zelltod führen“, sagt Villunger.
Mechanismen des Zelltods
Beim ersten Mechanismus treibt das BID-Protein die Zelle zum Selbstmord und zerstört die Mitochondrien, die Energiezentren der Zelle. Beim zweiten Mechanismus handelt es sich um den berühmten Tumorsuppressor p53, der zusätzliche Signalwege aktiviert, um den Zelltod auszulösen.
Dieser „Doppelschlag“ gewährleistet die Eliminierung von Zellen mit mehreren Zentrosomen, selbst wenn eines der beiden Proteine, BID oder p53, fehlt oder gehemmt ist.
Klinische Implikationen
Diese Entdeckung könnte wichtige therapeutische Auswirkungen haben, insbesondere im Kampf gegen Blutkrebs. Durch die Verstärkung der zerstörerischen Wirkung des PIDDosoms könnte die Wirksamkeit von Therapien verbessert werden, die die Zellteilung erkrankter Zellen sabotieren sollen.
Villunger weist darauf hin, dass „die Analyse der BID- und Caspase-2-Aktivität in Tumorzellen es uns möglicherweise ermöglichen könnte, Patienten zu identifizieren, die am wahrscheinlichsten auf Medikamente ansprechen, die die Zellteilung beeinträchtigen.“
Diese Erkenntnisse bieten neue Perspektiven für die Personalisierung von Krebstherapien und können dazu beitragen, wirksamere Behandlungen für Patienten zu entwickeln.