Während eines kürzlichen Interviews im Tagadà-Programm auf La7 äußerte der Präsident der National Association of Magistrates (Anm), Giuseppe Santalucia, seine Besorgnis über die verzerrte Darstellung der Justiz in der politischen Debatte. Seiner Meinung nach besteht die Wahrnehmung eines Konflikts zwischen der Regierung, die als gut für das Land angesehen wird, und den Richtern, die als Feinde angesehen werden. Santalucia stellte klar, dass die Rolle des Richters nicht darin bestehe, die Regierung zu unterstützen oder ihr Widerstand zu leisten, sondern die Rechte der Bürger zu gewährleisten. Er verwies auf die jüngsten Äußerungen von Minister Matteo Salvini nach der Entscheidung des Bologna-Gerichts, ein Dekret über sichere Länder an den Europäischen Gerichtshof zu verweisen.
Santalucia kündigte an, dass er an einer außerordentlichen Versammlung in Bologna teilnehmen werde, und unterstrich damit das Klima der Besorgnis und Besorgnis über das Vorgehen der Richter aufgrund des politischen und medialen Drucks. Er prangerte an, dass es inakzeptabel sei, Richter aufgrund ihrer Entscheidungen als politisiert zu bezeichnen. Anschließend fragte er Minister Salvini, was die kritischen Punkte im Hinblick auf eine Bestimmung seien, die ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs erfordert.
Der Präsident der ANM betonte die wachsende Intoleranz gegenüber einer Justiz, die sich nicht an die Anweisungen der Regierung hält. Er warnte davor, dass dieses Klima die öffentliche Meinung nicht beeinflussen dürfe, da Richter nicht im Dienste der Regierung stünden. Die anhaltenden Angriffe auf Richter, die unpopuläre Entscheidungen treffen, zwingen den Verband, die Bedeutung der Autonomie und Unabhängigkeit der Justiz zu bekräftigen.
Der zentrale Exekutivrat der ANM äußerte sich zur aktuellen Situation und wies auf die angespannte Atmosphäre im Land und die Beschleunigung von Reformen hin, die die derzeitige Verfassungsstruktur gefährden könnten. Der Verband warnte vor Einschüchterungsversuchen von Richtern und verwies darauf, dass sich Presseartikel oft auf das Privatleben von Richtern konzentrierten und nicht auf den Inhalt ihrer Entscheidungen. In diesem Zusammenhang wird versucht, durch den Vorwurf der Politisierung ein negatives Bild von Richtern zu verbreiten, wenn ihre Urteile nicht mit den Erwartungen der amtierenden Regierung übereinstimmen.
Die ANM hofft, dass sich im italienischen Rechtssystem wieder Respekt vor Institutionen und demokratischer Logik durchsetzen wird.