Schaufeln und Eimer zum Entfernen von Schlamm, Einkaufswagen voller leerer Flaschen und Reste ungeplünderter Geschäfte, Kinder in Kinderwagen und ältere Menschen im Rollstuhl: Auf der Suche nach Trinkwasser und Nahrung sind zahlreiche Menschen zwischen zerstörten Autos und gefällten Bäumen unterwegs. Die Gemeinden südlich von Valencia wie Paiporta, La Torre, Picana, Chive, Cheste und Torrente liegen nur zwanzig Kilometer von der Hauptstadt Turia entfernt, doch die Szenerie gleicht einem Kriegsszenario. Teams junger Freiwilliger rücken in die entgegengesetzte Richtung vor und bringen Hilfe in die betroffenen Gemeinden. Nur 48 Stunden nach den heftigen Regenfällen im Südosten Spaniens zeigt sich das Ausmaß der Tragödie: Die Zahl der Toten liegt bei über 158, viele werden vermisst, während die ersten Katastrophenschutzteams eintreffen.
Cristina Lopez, 53, erzählt ANSA von der Verwüstung, die sie erlebt hat: „Sie bergen Leichen aus Autos und Häusern. In der Nähe fanden sie vier überwältigte Nachbarn in ihrem Keller.“ Es gelang ihr und ihrer Familie, sich in Paiporta, dem Epizentrum der Katastrophe, zu retten. „Die Rettungskräfte kamen erst heute Morgen an, 48 Stunden lang waren wir allein im Schlamm. Am Dienstagabend passierte alles in wenigen Minuten. Wenn es eine Frühwarnung gegeben hätte, wären viele Leben gerettet worden“, beklagt er. Überall in der Region werden Beschwerden über Verzögerungen bei der offiziellen Kommunikation sowie über Engpässe bei Trinkwasser und Strom laut.
Gaetano Marletta, Besitzer einer Garage, erinnert sich an den dramatischen Moment: „Das Wasser im Bach stieg schnell an. Ich hatte nur Zeit, die Schlüssel zu nehmen und zu fliehen.“ Auch Geschäfte wurden durch die Flutwelle, die verschiedene Gemeinden wie Chiva und Catarroja traf, schwer beschädigt. Die Tragödie traf auch Maria Gracia Lourdes, eine junge Mutter, die tot in ihrem Auto aufgefunden wurde, als sie Schutz vor dem Bach suchte.
Maribel Gomez drückt den Schmerz der Gemeinschaft aus: „Wir haben bis zum Schluss auf ein Wunder gehofft.“ Bürgermeisterin Maria Isabel Albalat berichtet von mindestens 45 geborgenen Opfern in der Gemeinde. Die Bewohner warten auf lebenswichtige Hilfe wie Wasser und Nahrungsmittel, während sie versuchen, die Notlage zu bewältigen. In La Torre wurden acht Bewohner leblos in der Garage eines von der Poyo-Flut überschwemmten Gebäudes aufgefunden. Auch der Wildbach Magro verursachte Verwüstungen beeindruckenden Ausmaßes. Mindestens fünfzig Leichen wurden zur Identifizierung durch DNA-Tests und Autopsien durch Gerichtsmediziner in eine zentrale Leichenhalle in Valencia überführt. Die Stadt steht vor einer großen Tragödie, die tiefgreifende Auswirkungen auf die örtliche Gemeinschaft haben wird.