Ersparnisse stellen eine grundlegende Ressource dar, nicht nur zur Bewältigung unvorhergesehener Ereignisse, sondern auch zur Gewährleistung einer besseren Zukunft, wie der Präsident der Republik Sergio Mattarella betonte. Obwohl die Kultur des Sparens in Italien nicht mehr so tief verwurzelt ist wie in der Vergangenheit, sprechen wir immer noch von einer beträchtlichen Summe von rund 5 Milliarden Euro. Leider wird ein großer Teil dieser Mittel aufgrund der hohen Besteuerung, die auf italienischen Sparern lastet, im Ausland angelegt, wie die ABI hervorhebt. Dies führt dazu, dass die Ersparnisse teilweise für Investitionen verwendet werden und viel Geld auf Girokonten verbleibt.
Die von Acri organisierte Feier zum 100. Weltspartag bietet die Gelegenheit, über dieses „individuelle und kollektive Gut“ nachzudenken, das durch Artikel 47 der Verfassung geschützt ist. In seiner Rede betonte Mattarella die Bedeutung dieses Artikels und berichtete, dass etwa 50 % der Italiener nicht in der Lage seien, Geld zur Seite zu legen. Diese Situation führt zu Ungleichheiten und erhöht das Armutsrisiko, weshalb es für Regierungen unerlässlich ist, die Inflation zu bekämpfen und Ersparnisse zu schützen.
Sparen ist nicht nur ein Sicherheitsnetz oder eine Möglichkeit, eine friedliche Zukunft wie den Ruhestand oder den Kauf eines Eigenheims zu planen; Es stellt auch einen wirtschaftlichen Hebel für ein Land mit hoher Staatsverschuldung und vielen Unternehmen dar, die eine Finanzierung über das Bankensystem benötigen. Damit dies geschieht, ist es jedoch notwendig, einen günstigen und nicht benachteiligenden Kontext zu schaffen. Antonio Patuelli, Präsident der ABI, betonte, wie die Besteuerung viele Sparer dazu drängt, im Ausland nach Möglichkeiten zu suchen. Obwohl die Banken im aktuellen Haushalt auf neue Steuern verzichtet haben, stellen die bestehenden Steuern auf Kapitalerträge immer noch Herausforderungen dar.
Fabio Panetta, Gouverneur der Bank von Italien, betonte, wie wichtig es sei, dieses Kapital in Italien zu behalten. Derzeit übersteigt der jährliche Zufluss privater Ersparnisse 400 Milliarden Euro, doch nur ein Teil davon ist für nationale Investitionen bestimmt. Es ist von entscheidender Bedeutung, diesen Trend umzukehren und interne Investitionen zu fördern. Giancarlo Giorgetti, Wirtschaftsminister, erklärte, dass es wichtig sei, ein Regulierungsökosystem aufzubauen, das Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert und Sparern vielfältige Instrumente bietet.
Um beim Übergang zur grünen und digitalen Wirtschaft mit den USA und China konkurrieren zu können, braucht Europa enorme private Investitionen, da die öffentlichen Ressourcen begrenzt sind. Die während der Pandemie gewährten öffentlichen Garantien müssen nach und nach durch Bankbewertungen und neue Finanzierungsquellen am Markt untermauert werden. Einsparungen werden daher zu einem Schlüsselelement für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung.