Sparen stellt nicht nur eine Strategie zur Bewältigung unerwarteter Ereignisse dar, sondern auch eine grundlegende Ressource für die Zukunft, wie der Präsident der Republik Sergio Mattarella betonte. Obwohl die Kultur des Sparens in Italien zurückgeht, ist die angesammelte Summe beträchtlich und beläuft sich auf rund 5 Billionen Euro. Ein großer Teil dieser Mittel wird jedoch aufgrund der hohen Besteuerung, die auf den nationalen Ersparnissen lastet, im Ausland angelegt, wie die ABI hervorhebt. Dies führt dazu, dass die Ersparnisse nur begrenzt für Investitionen genutzt werden können, da sie oft auf Girokonten geparkt bleiben.
Der von Acri geförderte Jahrestag des 100. Weltspartags bietet die Gelegenheit, über die Bedeutung dieses „individuellen und kollektiven Gutes“ nachzudenken, das durch Artikel 47 der Verfassung geschützt ist. In seiner Rede betonte Mattarella, dass etwa 50 % der Italiener keine Möglichkeit zum Sparen haben, ein Zustand, der zur Verschärfung der sozialen Ungleichheiten beiträgt und es für die Regierungen dringend erforderlich macht, die Inflation zu bekämpfen und die Ersparnisse zu schützen.
Sparen dient nicht nur der Bewältigung von Notfällen oder der Sicherung einer friedlichen Zukunft, etwa für die Rente oder den Hauskauf. Es ist auch ein Motor für die italienische Wirtschaft, die hoch verschuldet ist und viele Unternehmen auf Bankfinanzierungen angewiesen sind. Damit dies geschieht, ist es jedoch wichtig, ein günstiges und nicht benachteiligendes Umfeld zu schaffen. Antonio Patuelli, Präsident der ABI, betonte, wie die aktuelle Besteuerung Sparer dazu veranlassen kann, im Ausland nach Möglichkeiten zu suchen.
Obwohl durch das Wirtschaftsmanöver neue Steuern auf Banken und Sparereinnahmen vermieden wurden, bleiben die bestehenden Steuern belastend. Die Steuer auf Kapitalerträge beträgt 26 %, was die ohnehin hohe Steuerbelastung für Unternehmen zusätzlich erhöht. Fabio Panetta, Gouverneur der Bank von Italien, betonte, dass die jährlichen privaten Ersparnisse 400 Milliarden Euro übersteigen, aber nur ein Teil davon Investitionen im Land finanziere.
Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti bekräftigte, dass die Schaffung eines unternehmensfreundlichen Regulierungsökosystems erforderlich sei, um Investitionen anzuziehen. Um die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem ökologischen und digitalen Wandel und der Infrastruktur zu bewältigen, wird Europa massive private Investitionen benötigen, da die öffentlichen Ressourcen begrenzt sind. Die staatlichen Garantien für KMU müssen schrittweise zugunsten der Bankbewertung und Marktfinanzierungsquellen reduziert werden. Daher spielt das Sparen erneut eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung.