Ein 18-jähriger Mann, der bereits beschuldigt wurde, im August in Southport mehrere Mädchen erstochen zu haben, wurde ebenfalls wegen terroristischer Straftaten angeklagt. Axel Rudakubana, im Vereinigten Königreich als Sohn ruandischer Eltern geboren, muss sich nun wegen der Herstellung von Ricin-basiertem Gift und der Untersuchung von Materialien im Zusammenhang mit der Ausbildung von Al-Qaida-Terroristen verantworten. Die Ereignisse in Southport lösten islamfeindliche und einwanderungsfeindliche Ausschreitungen aus, die durch falsche Informationen über die Herkunft des jungen Mannes angeheizt wurden. Erste Ermittlungen der Behörden hatten eine mögliche Vergewaltigung nahegelegt, doch die neuen Anklagen bieten eine andere Perspektive.
Rudakubana, der damals erst 17 Jahre alt war, wurde nach dem Terrorism Act 2000 angeklagt, sagte Serena Kennedy, Polizeichefin von Merseyside. Bei den Ermittlungen nach dem Massaker entdeckten die Beamten im Haus des Jungen anklagendes Material. Am Ort der Messerstecherei wurden keine giftigen Substanzen gefunden und die Polizei sagte, dass das gefundene Gift eine begrenzte Gefahr für die Gemeinde darstelle. Die Behörden haben erneut ein terroristisches Motiv für den Angriff auf die Mädchen ausgeschlossen.
Das Auftauchen dieser neuen Anschuldigungen Monate nach den Ereignissen hat jedoch erneut den Verdacht geweckt, dass die Ermittler möglicherweise versuchen, die Schwere des Angriffs herunterzuspielen. Diese Wahrnehmung wurde von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Nigel Farage, dem Vorsitzenden der populistischen Partei Reform UK, geschürt und führte zu Unruhen in den Straßen englischer Städte, beginnend direkt in Southport. Die Ereignisse haben Fragen zum Umgang der Behörden mit Informationen aufgeworfen.
Rudakubana soll morgen per Videokonferenz aus dem Gefängnis vor dem Westminster Magistrates' Court in London erscheinen, um sich den gegen ihn erhobenen Anklagen zu stellen. Die Angelegenheit sorgt im Vereinigten Königreich weiterhin für Besorgnis und Spannung, da das soziale Klima aufgrund der jüngsten Kontroversen und Zusammenstöße in den Städten bereits anfällig ist. Die Situation erfordert eine sorgfältige Beobachtung, während wir auf die Fortsetzung der Ermittlungen und die endgültige Klärung des Vorfalls warten.