Beunruhigende Anzeichen einer möglichen Anziehungskraft auf Terrorismus zeigen sich im Profil des 18-jährigen jungen Mannes, der Ende Juli in Southport bei Liverpool einen Messerangriff auf Mädchen verübte. Dieses tragische Ereignis löste im Vereinigten Königreich einen starken Schock aus und löste im Sommer gewalttätige Unruhen aus, die durch Misstrauen und Manipulation angeheizt wurden. Dem für das Massaker verantwortlichen Axel Rudakubana, der im Vereinigten Königreich als Sohn ruandischer Eltern geboren wurde, wurde neben den bereits umstrittenen Vorwürfen des mehrfachen Mordes und des versuchten Mordes auch ein Verstoß gegen den British Terrorism Act 2000 vorgeworfen.
Die Polizei fand Spuren von Ricin, einem hochgefährlichen biologischen Gift, das der junge Mann rudimentär zu synthetisieren versuchte. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass er über von Al-Qaida erstellte Online-Schulungshandbücher zum Thema Terrorismus verfügte. Serena Kennedy, Kommandeurin der Polizei von Merseyside, bestätigte, dass dieses Material im Haus des Jungen gefunden wurde, der zum Zeitpunkt der Ereignisse minderjährig war. Dennoch bekräftigte er, dass bei dem Angriff kein direktes terroristisches Motiv vorliege.
Tatsächlich schlug Rudakubana während eines Tanzabends, der von Liedern des Popstars Taylor Swift inspiriert war, wahllos eine Gruppe von Mädchen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren, wodurch drei Mädchen starben und zehn weitere sowie zwei Lehrer verletzt wurden. Die Aussagen der Polizei zerstreuen jedoch nicht die Zweifel an diesem Fall und bergen die Gefahr, dass Kontroversen und Spannungen erneut entfacht werden. Der junge Mann wird demnächst per Videoschalte aus dem Gefängnis vor einem Richter erscheinen, um sich den neuen Anklagen zu stellen.
Der Vorfall löste Kritik an der Polizei und der Labour-Regierung aus, denen vorgeworfen wurde, den Vorfall herunterzuspielen und wichtige Details zu verbergen. Die Spannungen wurden durch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Nigel Farage und Elon Musk sowie andere rechtsextreme Persönlichkeiten verschärft, die in mehreren britischen Städten eine Reihe einwanderungsfeindlicher und islamfeindlicher Ausschreitungen angeheizt haben. Diese Ereignisse führten zu zahlreichen Festnahmen.
Premierminister Keir Starmer verurteilte die Unruhen als das Werk von „Schlägern“ und Provokateuren. Es gab auch falsche Nachrichten über die angebliche Herkunft des jungen Mörders als Flüchtling oder seine muslimischen Wurzeln. Der jüngste Terrorismusvorwurf gegen Rudakubana könnte die bereits bestehenden Kontroversen um diesen komplexen Fall nun noch weiter entfachen. Farage nutzte die Gelegenheit, um mehr Klarheit in den Ermittlungen zu fordern, während die Regierung versuchte, sich vom Zeitpunkt der neuen Anklagen zu distanzieren.