Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Luis de Guindos, äußerte sich kürzlich zur wirtschaftlichen Lage im Euroraum und betonte, dass die erwarteten Risiken sich konkretisieren, insbesondere aufgrund der ausbleibenden Erholung des Konsums. Mit Blick auf die nächsten Entscheidungen der EZB betonte de Guindos, dass die Nachrichten zur Inflation positiv seien, mahnte aber auch, dass Vorsicht geboten sei. Er erklärte, dass die EZB alle eingegangenen Meinungen und Kritiken berücksichtigt, insbesondere die aus der italienischen Politik, was die Vorsicht bei der Senkung der Zinssätze betrifft. Er forderte die italienischen und europäischen Bürger auf, aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit und der aktuellen geopolitischen Lage eine vorsichtige Haltung zu bewahren.
In einem Interview mit ANSA diskutierte de Guindos auch die Rolle der Banken bei Wirtschaftsmanövern und Bankenfusionen. Die EZB muss in den kommenden Monaten eine aufsichtsrechtliche Stellungnahme zur möglichen Fusion zwischen Unicredit und Commerzbank abgeben. De Guindos argumentierte, dass die Bankenintegration eher einem europäischen als einem nationalen Ansatz folgen sollte. Derselbe Geist sollte auch bei der Ratifizierung des Vertrags über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zum Tragen kommen, da Italien das einzige Land ist, das ihn nicht unterzeichnet hat, was die Stärkung des Sicherheitsnetzes für Bankenrettungen behindert. Er bekräftigte die Notwendigkeit eines positiven Ansatzes zur Wirtschafts- und Bankenintegration in Europa.
Darüber hinaus hat die EZB Offenheit gezeigt, was den „Beitrag“ der Banken zum Wirtschaftsmanöver betrifft, und zwar durch Maßnahmen wie die Verschiebung von Abzügen auf latente Steuern und eine Begrenzung der Nutzung von Steuerverlusten bis 2025, von denen die Regierung erwartet, 4 Milliarden aufzubringen Euro im Zweijahreszeitraum 2025-2026. Diese Entscheidungen fallen in die Zuständigkeit europäischer Regierungen, die unterschiedliche Strategien gegenüber dem Bankensystem verfolgt haben. De Guindos warnte jedoch, dass solche Maßnahmen weder die Zahlungsfähigkeit der Banken gefährden noch die Kreditvergabe an die Realwirtschaft behindern dürften. Er äußerte die Hoffnung, dass künftige Gesetze die Finanzstabilität berücksichtigen würden, und bezeichnete einen früheren Vorschlag als ausgewogen, der von den Banken verlangte, Kapital beiseite zu legen, anstatt direkte Abhebungen zu erleiden.