Der Film „Der Junge mit den rosa Hosen“, der kürzlich auf dem Filmfestival in Rom präsentiert wurde, sorgt für Debatten in der Öffentlichkeit, in Familien und Institutionen. Der Film basiert auf dem autobiografischen Roman von Teresa Manes, Mutter von Andrea Spezzacatena, einem 15-jährigen Jungen, der im November 2012 Selbstmord beging, nachdem er Opfer von Mobbing und Cybermobbing geworden war. Während der Vorführung machte eine Gruppe von Teenagern homophobe Kommentare, die Anlass zur Sorge gaben.
In Treviso protestierten mehrere Eltern gegen die Vorführung des Films in einer örtlichen Mittelschule mit der Begründung, dass dies negative Auswirkungen auf ihre Kinder haben könnte. Bürgermeister Mario Conte äußerte jedoch gegenteilige Meinungen und erklärte, dass die Verweigerung des Screenings einen Verlust der Möglichkeit darstelle, relevante Themen wie Homophobie und Unbehagen bei Jugendlichen anzusprechen.
Die Vorführung der von Margherita Ferri inszenierten Oper war für den 4. November geplant und die Schule hatte bereits Plätze für die Schüler reserviert. Trotzdem baten einige Familien den Schulleiter, die Teilnahme der Kinder abzusagen. Der Schulleiter stimmte dieser Bitte zu, stellte jedoch klar, dass die Veranstaltung nur vorübergehend unterbrochen wurde.
Mario Conte kommentierte: „Diese Probleme zu ignorieren ist keine Lösung. Homophobie, Depressionen und Selbstmorde sind aktuelle Probleme in unserer Gesellschaft.“ Er betonte auch die Schwere der homophoben Reaktionen, die es in Rom beim Ansehen des Films gab. Teresa Manes berichtete auf ihrem sozialen Profil über die Beleidigungen, die sich während der Veranstaltung gegen ihren Sohn richteten: „Froxio, Ma Quando s’ammaxxa, *Gay di mxxxa“ sind nur einige der Schimpfwörter, die gegen Andrea verwendet werden. Die Frau betonte, dass diese Angriffe auch Jahre nach ihrem Tod noch immer weh tun.
Der Vorfall in Rom löste auch bei Bildungsminister Giuseppe Valditara „Emotionen und Empörung“ aus. Der Minister hat das regionale Schulamt gebeten, die Urheber der Beleidigungen bei der Überprüfung zu ermitteln, und möchte sie persönlich treffen, um ihr Verhalten zu besprechen. Er hoffte, dass die Schulen strenge Maßnahmen gegen die Verantwortlichen für die unzivilisierten Taten im Kinosaal ergreifen würden.
Valditara stellte die Frage, wie es möglich sei, in einer Gesellschaft zu leben, in der es an Mitgefühl mangele: „Es ist inakzeptabel, den Schmerz anderer nicht anzuerkennen, insbesondere den einer Mutter oder den eines jungen Menschen, der leidet.“ Diese Aussagen unterstreichen die Bedeutung des Dialogs und der Sensibilisierung für Themen im Zusammenhang mit Mobbing und Homophobie in Schulen und in der Gemeinschaft insgesamt.